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Erkundungsreise nach Spiti im indischen Himalaya

Fasziniert vom Himalaya! Wieder einmal war Gabi Mayr, Mitarbeiterin in unserem Asien-Team, im Himalaya unterwegs, diesmal in Spiti. 

Anreise mit Hindernissen

Flug nach Delhi und Anreise über das alte Fort Nalagarh nach Manali verlaufen problemlos. Doch dann bleibe ich drei Tage lang in Manali stecken. Heftige Regenfälle und Erdrutsche verhindern die Fahrt über den Rohtang-Pass (3.900 m). Braune Wassermassen schießen aus den Bergen herunter und überschwemmen Teile des Ortes. Ein Ende ist nicht in Sicht - die Zeit läuft mir davon. So beschließt unser Partner, mich einer 24-Stunden-Fahrt an zwei Tagen über Shimla und den Distrikt Kinnaur von der Ostseite her nach Spiti zu holen. 25 Stundenkilometer beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem National Highway No. 22, der eher einer Schotterpiste ähnelt. Dennoch sind die Fahrt entlang des wild schäumenden Sutlej-Rivers und der Wechsel vom fruchtbaren Tal zur kargen Hochgebirgslandschaft Spitis faszinierend. Nur schade, dass mir keine Zeit bleibt, um das reizvolle Baspa-Tal und die Bergdörfer Sarahan und Sangla zu besuchen. Wie freue ich mich, als ich in Sumdo das Innerline-Permit vorzeige und somit mein Ziel - Spiti - erreiche.

Klöster Tabo und Dhankar

Dem Kloster Tabo gilt mein erster Besuch. Es zählt neben Guge in Tibet und Alchi in Ladakh zu den ältesten Klöstern des West-Himalayas. Der Klosterkomplex besteht aus mehreren Tempeln und Chörten - die feinen Malereien und Statuen kaschmirischer Herkunft sind wirklich sehenswert. Den besten Blick auf den gesamten Komplex bekomme ich von den oberhalb gelegenen Meditationshöhlen, bevor ich nach Dhankar weiterfahre. Wie ein Adlernest klebt das alte Kloster mit weiteren Gebäuden an den Felsen. Restaurierungsarbeiten sind im Gange, um dieses Juwel zu erhalten. Ich nehme an einer Puja, so nennt man eine Zeremonie, der Mönche teil und übernachte im gemütlichen Gästehaus des Klosters.

Solarprojekte und Homestays

Endlich beginnt das Trekking! Der Blick auf Dhankar steigert sich beim Aufstieg zum Dhankar-See, einem heiligen Gewässer. Über sanfte Bergrücken mit Blick auf die Maharan-Berge wandere ich nach Lalung, dem Ort mit dem ältesten Kloster Spitis. Die Stuckfiguren sind unglaublich! Schon auf dem Weg dahin erkenne ich weit oben am Berghang Demul (4.350 m). Durch eine steile Schlucht führt in vielen Serpentinen der Weg in das malerische Dorf. Solarprojekte unserer Agentur sorgen dafür, dass jedes Haus Licht hat, Warmwasser aufbereitet werden kann und Kunststoffplanen das Heizen im Winter reduzieren. Ich übernachte wieder bei einer Gastfamilie im so genannten Homestay. Die Verständigung erfolgt durch Lachen, Deuten, Herzlichkeit! Durch ein rotierendes System werden die Homestays gerecht vergeben und es entsteht keine Konkurrenz. Ein Zimmer, Waschgelegenheit, Trocken-WC, lokales Essen - was will man mehr?

Trekking durch Dörfer und im Hochland des Kibber Wildlife Sanctuary

Südlich der Pasham-Range wandere ich durch die Dörfer Komic, Hikkim und Langja. Ich gewinne einen umfassenden Eindruck von der Hochgebirgswüste, in der unsere Reisegruppe zwei Nächte in der Wildnis des Kibber Wildlife Sanctuary zelten wird. Mondlandschaft und absolute Einsamkeit! Alle Dorfbewohner sind in Langja auf den Feldern, um Erbsen zu pflücken und Gräser für den Winter zu schneiden, alles von Hand. Die Shilla Nallah-Schlucht trennt Langja von Tashigang. Ein steiler Pfad, teils weglos, führt zwischen den Felswänden in den Canyon. Doch ein Erdrutsch verhindert den Weiterweg. Die Querung in dem abschüssigen Gelände wäre zu gefährlich! Schade, denn auch das Durchwaten des Flusses wäre bestimmt spannend gewesen. Ich umfahre die Schlucht und werde mit dem Besuch der auf einem Felsen thronenden Kye Gompa entschädigt. Eng beieinander liegen die Zellenhäuschen der ungefähr 200 Mönche, bei denen ich den besten Chai (Milchtee) genieße. Mit einem letzten Tag im Hochland, ständig auf einer Höhe von über 4.000 m Höhe, vom Dorf Kibber zur Weidefläche La Darcha, endet mein Trekking durch Zentralspiti. Unglaublich - ich habe dabei keinen einzigen Touristen getroffen. Spiti ist ein wirkliches Kleinod!

Mondsee Chandertaal und Rückreise über den Rohtang-Pass

Krönender Abschluss ist die Fahrt zum Kunzum-Pass (4.550 m) mit den vielen Chörten und dann die Wanderung zum See der Mondgöttin Chandertaal, der bereits zum Distrikt Lahaul zählt. Wie ein Halbmond liegt der See unter den kargen Felswänden. Nach einer kühlen Zeltnacht mache ich mich auf den Rückweg. Ich bin neugierig, ob es dieses Mal mit der Überquerung des Rothang-Passes klappt. Tiefe Furchen, steile Hänge; der obere Manali zugewandte Abschnitt ist eine einzige Schlammpiste. Eine Wartezeit von drei Stunden, da mehrere Trucks feststecken, dann kann mein Fahrer Gatuk die restliche Strecke meistern. Mein letzter langer Fahrtag von Manali in die heiße indische Tiefebene nach Chandigarh und Delhi per Auto und Zug erfordert nochmals viel Schweiß und Sitzfleisch!

Antaan und Norbu - meine wunderbaren Begleiter

Begleitet hat mich Antaan, der immer freundliche und in Langja lebende Guide. Er hatte auf alle meine Fragen stets eine Antwort, kennt jeden Busch und jeden Vogel und weiß von allen Häusern in Spiti, wo der Schlüssel liegt, um dort einen guten Chai kochen zu können.
Immer wieder begleitete mich auch Norbu. Er ist einer der Hauptinitiatoren für viele Sozialprojekte (Nutzung der Solarenergie, Bau von Gewächshäusern, Vergabe der Homestays), die dazu dienen den Lebensstil der Spiti-Pas zu erhalten und dabei für einfache Verbesserungen zu sorgen. Jeder in Spiti kennt und schätzt ihn, und auch auf mich hinterließ er einen bleibenden Eindruck. Dank an die beiden, dass sie mich mit der Lebensweise der lokalen Bevölkerung, deren Kultur sowie der großartigen Landschaft Spitis vertraut gemacht haben. Sie werden ab 2012 für das Wohl unserer Gruppen sorgen.

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Reisebericht

Termine, Preise und Detailinformationen finden Sie bei unserer Tour Spiti Panorama-Trek.

 
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