Erkundung Rila- und Rodophen-Gebirge
Hauser-Mitarbeiterin Katharina Kretner war über Pfingsten 2009 in Bulgarien auf Erkundung.
Vier Tage soll es über Pfingsten nach Bulgarien gehen.
Vier Tage soll es über Pfingsten nach Bulgarien gehen. Wegen der Kürze der Zeit haben wir ein knackiges Programm vor uns: Zwei Tage Rila-Gebirge und zwei Tage Rodophen mit richtig langen Wanderungen. Da es noch früh im Jahr und der Winter recht lang ist, müssen die Schneeschuhe mit ins Gepäck. Angekommen in Sofia lacht die Sonne. Unsere erste Station ist ein typisches, bulgarisches Restaurant. Ab da ist klar, die bulgarische Küche schmeckt super: Viel Gemüse, leckeres Fleisch, knackiger Salat. Es wird alles frisch zubereitet. Das Gemüse kommt vom Feld hinter dem Haus, der Yoghurt ist selbst hergestellt aus Milch von der eigenen Kuh, verfeinert mit selbst gepflückten Beeren.
Reiseleiter Georgi und wir brechen am nächsten Morgen ins Rila-Gebirge auf zu den sagenumwobenen Sieben Seen.
Allein die Straße zum Ausgangspunkt ist ein Abenteuer. Der Freund von Georgi, ein echtes Urgestein der bulgarischen Bergwelt, begleitet uns. Er kennt “seine Berge" wie die eigene Westentasche. Zuerst führt uns der Weg durch märchenhaften Wald, bis wir die Baumgrenze erreichen. Die Wiesen sind übersät mit blauen Krokussen. An einem steilen Altschneefeld müssen wir die Schneeschuhe anschnallen, ein Weiterkommen ohne sie ist nicht möglich. So erreichen wir nach ungefähr einer Stunde die Sieben Seen.
Weit und breit sind hier keine Menschen außer uns.
Es ist fantastisch, dieses schroffe Hochgebirge mit den blauen Seen zu erleben und aus der Quelle mit “dem goldenen Wasser" einen erfrischenden Schluck zu trinken.
Auch der nächste Tag, diesmal mit unserer Hauser-Reiseleiterin Cate, ist ein Abenteuer.
Den vorgesehenen Weg gibt es nicht mehr, eine Lawine hat ihn im Winter zerstört, was unserer Wanderung aber keinen Abbruch tut. Durch Schnee und Wasser bahnen wir uns einen Weg nach oben. Dort angelangt stehen wir auf einer weißen Schneedecke, die von Latschenkiefern durchbrochen ist. Aber Cate kennt sich aus. Sie lotst uns auf abenteuerlicher Route bis zu wunderschönen Seen und einer kleinen Nothütte. Leider müssen wir beim Abstieg umkehren, da ein Weiterkommen über eine verschneite Felswand nicht möglich ist. So gehen wir auf demselben Weg, den wir gekommen sind, auch wieder zurück.
Die letzten Tage verbringen wir in den Rodophen.
Kein Schnee, kein Hochgebirge, dafür nette Dörfer - zum Beispiel Yagodina, das “Erdbeerdorf" - liebliche Hügel, tiefe Höhlen und eine einmalige Pflanzenwelt. Cate ist Biologin und Höhlenforscherin. Sie macht uns auf viel Interessantes aufmerksam, das wir ohne sie sicherlich nicht entdecken würden; beispielsweise auf die Orpheusblume, die hier an den Felswänden wächst und nur in den Rodophen vorkommt, obwohl eigentlich tropischen Ursprungs.
Hier treffen wir auf viele herzliche Menschen, die uns drei Frauen stets freundlich empfangen.
Mit unserer Pensionswirtin sitzen wir in der Küche zusammen. Übrigens der Name der Wirtin bedeutet übersetzt “die Lustige", was perfekt zu ihr passt. Wir essen gemeinsam aus einer Salatschüssel und erfahren den neusten Klatsch und Tratsch des Dorfes. Hier fühlen wir uns richtig wohl und es ist toll, einen Einblick in das Leben der Dorfbewohner zu bekommen.
Am nächsten Tag wandern wir lange über bewaldete Hügel, vorbei an steilen Felsabbrüchen und über blumenreiche Wiesen. Am Schluss nehmen uns sogar Waldarbeitern auf dem Traktor mit. Wir sind froh, so nette Begleitung zu haben; ohne deren Hilfe könnten wir uns im Dschungel der kyrillischen Buchstaben, auf kaum markierten Wegen und bei den netten Menschen lang nicht so gut zurecht finden.
Eine Gastfreundschaft wie in Bulgarien haben wir selten erlebt.
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