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Chiles wilder Norden

Christa Brookhouse von Hauser exkursionen Wien begleitete im Oktober eine Hauser-Gruppe in den wilden Norden Chiles und schildert ihre Erlebnisse. 

Nach einem langen Flug erreichen wir Santiago de Chile, eine pulsierende Stadt umgeben von einer mächtigen Bergkulisse.

Von dort fliegen wir weiter in den Norden nach Iquique. Hier wartet bereits unser geländegängiger Bus samt Fahrer und den beiden Bergführern Riki und Rodrigo, die sich bald als “Mädchen für alles" entpuppen.

Bevor wir unseren ersten - fast luxuriösen - Campingplatz erreichen, noch ein kurzer Abstecher in die ehemalige Salpetermine Humberstone, heute ein Weltkulturdenkmal.

. Wir wandern zu den mächtigen Geoglyphen von “Cerros Pintados", die ein bisschen an die Bilder von Nasca erinnern. Auf etwa 3.000 m liegt einsam unser nächster Zeltplatz. Der Wind meint es gut mit uns. Schnell ist das Zelt aufgestellt. Dann der obligate Sonnenuntergang - eine Wucht. Die nächsten Tage verlaufen gemütlich. Wir haben viel Zeit, uns mit der Weite und Stille der kaum bekannten nördlichen Atacama-Wüste, mit ihren bizarren Landschaften und ihrem Tierreichtum auseinanderzusetzen. Die Szenerie ist grandios mit den beiden Zwillingsvulkanen Parinacota und Pomerape, einem der formschönsten Vulkane des Landes, dem Sajama (6.520 m) dem höchsten Gipfel Boliviens sowie dem aktiven Vulkan Guallatire, aus dessen Krater malerisch eine Rauchsäule in den Himmel steigt. Es gibt heiße Quellen und Salzseen, an denen unzählige Flamingos und anderen Vogelarten posieren. Auf Lamapfaden treffen wir auf die seltenen Vicunas, flinken Viscacuas, auf “Andenhasen", Kondore und viele mehr.

Optimal ist die Einteilung der Tagesetappen für die Akklimatisation, das Bad in den heißen Quellen immer wieder ein Genuss.

In der kältesten Nacht messen wir im Zelt etwa minus 10 Grad und draußen minus 15 Grad. Durch die Trockenheit empfinden wir es bei weitem nicht so kalt. Wir nähern uns einem Salzsee am Fuß des Cerro Rojo. Über einfaches, vorerst schotteriges, später leichtes Blockgelände erreichen wir bewusst sehr langsam gehend in knappen vier Stunden den Gipfel. GPS-Messung 5.326 m. Ein atemberaubendes Panorama! Am nächsten Tag belohnen uns immer wieder Prachtblicke auf die vergletscherten Berge. Unterwegs in der gewaltigen Landschaft am Fuße des Parinacota mit ihren vielen kleinen Seen erspähen wir einen Puma, für alle eine Sensation. “Unser Berg" beherrscht mehr und mehr die Gespräche.

Schließlich erreichen wir den Lagerplatz am Fuße des Guallatire auf 5.200 m.

. In der Nacht Sturm - trotzdem gut geschlafen. Um 3.30 Uhr stehen wir auf. Frühstücken. Die Stimmung ist gut, es ist kalt, aber fast windstill.
Im Schein unserer flackernden Stirnlampen brechen wir um 5.00 Uhr auf - vorerst mühsam über Blockgelände, später bewältigen wir eine steile Rinne. Der Boden ist hart gefroren. Um 6.30 Uhr ein überwältigender Sonnenaufgang. Wir gehen langsam - als Team. Gemeinsam wollen wir den Gipfel erreichen. Rodrigo und Riki motivieren perfekt. Wir kommen gut voran. Gegen 9.00 Uhr erreichen wir einen Sattel. Die Sonne wärmt bereits. Dann der Gletscherrand. Wir legen Steigeisen an und weiter geht es bis zum Vorgipfel auf 6.030 m durch einfaches Büßereis. Das Wetter meint es gut mit uns und unsere Gruppe ist konditionell super drauf. Der Besteigung des Hauptgipfels steht nichts mehr im Wege. Wegen einer großen Gletscherspalte müssen wir in die Flanke ausweichen und nach einer mühsamen Querung erreichen wir gegen 13.45 Uhr den Gipfelaufbau. Unglaubliche Eindrücke: der grollende Vulkan, die Rauchsäule, Prachtwetter. Dann eine leichte Kletterei. Um 14.00 Uhr sind wir alle am Guallatire Hauptgipfel auf 6.097 m. Ein paar stille Minuten. Dankbar hier sein zu dürfen, fallen wir uns teilweise mit Tränen in den Augen in die Arme und sind einfach glücklich.

Gut zurück vom Berg erreichen wir am nächsten Tag Arica.

Wir genießen den Aufenthalt in der Hafenstadt und lassen nochmals die gewaltigen Eindrücke der letzten Tage Revue passieren. Gleichzeitig schmieden wir schon wieder Pläne für die nächste Hauser-Tour. Vielleicht Russland Trekking und Bergsteigen im Herzen des Kaukasus? Es steht vieles zur Auswahl.
Ein Dankeschön an alle Reisegefährten. Mit Kameradschaft, Disziplin und Toleranz haben sie dazu beigetragen, dass die Reise zu einem nachhaltig schönen Erlebnis wurde. Danke auch an unsere Trekkingmannschaft. Sie ist perfekt auf unsere Bedürfnisse eingegangen und hat uns mit Gefühl und know how den Gipfel ermöglicht.

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