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Island Hochlandtrekking

- seit ich denken kann, gibt es diese Tour bei Hauser exkursionen! Hoch ist es ja nicht wirklich, von einigen vergletscherten Bergen mal abgesehen. Deshalb soll dieser Begriff in erster Linie die Abgeschiedenheit und monatelange Unzugänglichkeit eines Großteils dieser Insel ausdrücken. Meine Neugierde ist groß, als mein Mann und ich im Juli 2010 in Frankfurt in die Maschine der Iceland Air einsteigen.

Die ersten Tage

lernen wir die Naturgewalten und die Geschichte der Insel bei kleinen Wanderungen und Besichtigungen kennen: Den Gulfoss, den "Goldenen Wasserfall", der unter hohen Gischtwolken in die Schlucht stürzt. Den Strokkur, einen Geysir, der fast auf die Minute genau die Erwartungen der Fotografen bedient. Das älteste Parlament der Welt, Thingvellir, unter der Kante einer sich stets verbreiternden Lavaspalte gelegen, berührt auch diejenigen von uns, die mit Geschichte nicht so viel "am Hut" haben. Die Lavawasserfälle Hraunfossar, wo sich an einer langen Lavakante das Wasser in unzähligen Bächlein in den Fluss ergießt.

Am 4. Tag

ist nach einer Begehung der Höhle Surtshellir der schon mit leichter Nervosität von uns erwartete "Point of no return" gekommen: Der Kleinbus setzt uns in der Tundra mit dem Gepäck für die nächsten 6 Tage ab und verschwindet holpernd auf der Piste. Wir sind nun auf uns gestellt. Zumindest ist das unser Gefühl, wenn wir auch über Handy in Kontakt zur Außenwelt treten könnten. Wollen wir aber gar nicht, wir wollen eintauchen in die Weitläufigkeit der vulkanischen Landschaft, wollen über Flechten und bunt blühende Polster laufen, durch kalte Flüsse waten und den Regenbogen bewundern. All das bekommen wir in den nächsten Tage geboten, bei sehr schnell wechselndem Wetter: Gerade noch scheint die Sonne, schon heißt es "schwarze Wolken hinter uns". Wir schaffen gerade noch den Sprung in die Regenhosen und -jacken, da schüttet es wie aus Eimern.

Die Wanderungen

auf dem fast ebenen, aber durch unterschiedlichste Bodenbeschaffenheit sehr anstrengenden Untergrund ziehen sich. Einige Male sind wir fast 9 Stunden unterwegs. Mit dem Rucksack auf dem Buckel für die meisten von uns ungewohnt und Kräfte zehrend. Jeder Schritt muss bewusst gesetzt werden, Bruchsteinplatten, Geröll, Lavadecken und Spalten, Gräben zwischen nassen Moospolstern erfordern unsere ganze Aufmerksamkeit. Wir müssen immer mal innehalten und den Blick schweifen lassen, um zu sehen, in welch grandioser Landschaft wir unterwegs sind! Wir sind umringt von Gletschern und folgen einem der beiden Lavaströme, die am Hraunfossar enden, immer weiter nach Nordwesten, klettern sogar in den Schlund, aus dem sich diese Lavamassen ergossen hatten. Die Gesteinsformationen muten so urweltlich an, dass es uns nicht gewundert hätte, plötzlich einem Saurier gegenüberzustehen!

Die Mühen des Tages

werden durch einen in dieser Region absolut nicht selbstverständlichen Luxus belohnt: Jeden Abend erreichen wir eine Hütte, wir haben ein Dach über dem Kopf, unterschiedlich große Räumlichkeiten, interessante Wasserversorgung (wir müssen mit der Schwengelpumpe den Verbrauch nachfüllen) und: große Kisten, mit einem Speiseplan und den darauf abgestimmten Lebensmitteln darin! All dies wird im Winter mit dem Snowmobil oder im Frühjahr mit dem Traktor von unseren Partnern in die Hütten gebracht. Wenn dann die nassen Klamotten auf den gespannten Leinen zum Trocknen aufgehängt sind, wird es gemütlich: Jon, unser isländischer und perfekt Deutsch sprechender Reiseleiter kocht leise summend das Menü. Wir ratschen, blättern im Pflanzenführer, notieren unsere Erlebnisse in kleinen Büchlein. Das Ausbringen von Stellnetzen um Mitternacht im Nebel und das Einholen des reichen Fangs und sein Verzehr am nächsten Tag bleiben mir unvergessen!

So vergehen die Tage in bester Stimmung

- unsere Gruppe versteht sich hervorragend. Auch sportlich passen wir gut zusammen, was bei einer Altersspanne von 23 bis 69 Jahren nicht selbstverständlich ist. Und als wir am 6. Tag des Trekkings bei Sonnenschein mit Blick auf einen See mit Singschwänen in unser Brot beißen und auf den Bus warten, stellen wir alle fest: Eigentlich braucht der gar nicht zu kommen. Wir gehen einfach noch ein paar Tage weiter, bis direkt zum Hof Brekkulaekur von Abbi. Als wir dann wirklich im Auto sitzen, sind wir gar nicht glücklich. Wer hätte das vor 6 Tagen gedacht!

Was wir dann aber doch genießen, ist das erste Bier nach diesen Tagen auf dem Vorplatz von Abbis Pferdehof, in dem wir für 2 Nächte zu Gast sein werden.

Der nächste Tag wartet bei einer Rundfahrt um die Halbinsel Vatnsnes mit vielen Eindrücken auf: Das liebevoll gestaltete Seehundmuseum in Hvammstangi in einem schön renovierten Handelshaus.
Seehundbänke vor der Küste mit Blick auf die Westfjorde. Ein skurril geformter Vogelfelsen im schwarzen Lavasand unter der Steilküste. Die natürliche Basaltburg Borkarvirki mit herrlichem Rundblick über den See Hop. Das Gemeindebad von Hvammstangi mit seinen heißen Becken.
Abschluss des Tages bildet eine göttliche Lammhaxe mit glasierten Kartoffeln als Beilage aus der Küche des Pferdehofes.

Die mehrstündige Weiterfahrt zur Halbinsel Snaefellsnes

verkürzt uns Jon mit Sagas und Geschichten aus seinem Leben, die uns den Alltag der Isländer näher bringen. Wir haben schon lange den Verdacht, dass sein Geschichten-Schatz unerschöpflich ist - und sein Humor köstlich trocken!
Unterwegs machen wir Halt am restaurierten Hof von Erik dem Roten, der in seiner Verbannung Grönland entdeckt und später besiedelt hat. Der Fischerort Stykkisholmur liegt malerisch hinter einer hohen Klippe im Norden der Halbinsel und lockt uns in das neue "Vulkanmuseum". Einen echten Andy Warhol können wir bewundern, wer hätte das gedacht! Wir queren die Halbinsel nach Süden und fiebern dem ersten Blick auf DEN Gipfel Islands entgegen, dem Snaefellsness. Hier ließ Jules Verne seine Figuren zum Mittelpunkt der Erde hinabsteigen! Und der vergletscherte Berg zeigt sich uns in voller Schönheit. Umso mehr sind wir enttäuscht, dass die erhoffte Besteigung seines Gipfels nicht möglich wird: Der Winter hat so wenig Schnee gebracht, dass die Gletscherspalten freiliegen und eine Tour hinauf damit indiskutabel ist. Wie schade! Doch Jon hat als Alternative eine schöne Küstenwanderung ausgesucht. Der Pfad schlängelt sich kaum sichtbar mitten durch einen Lavastrom am Fuße des Snaefellsness, hinauf auf Brocken, hinab an kleine Buchten mit kugelrunden, schwarzen Kieseln, Kraftsteinen. Am letzten Morgen wartet noch ein Zuckerl als Überraschung auf uns: Wir fahren vom Hotel aus ein Stück zum fast trockengefallenen Strand und warten auf eine Reitergruppe, die von Abbis Hof aus eine mehrtägige Tour unternimmt. Spritzend traben die schönen Pferde im berühmten Tölt - dem 5. Gang - durch das seichte Wasser heran. Es muss Spaß machen, Island auf diese Weise kennenzulernen!

Auf dem Weg nach Reykjavik

besuchen wir noch das Landnahmemuseum, wo uns die entbehrungsreiche, aber auch faszinierende Besiedelung dieser Insel anschaulich vor Augen geführt wird. In bald jeder größeren Bucht rund um Island wurde eine Siedlung unter der Führung eines Goden gegründet, die sich jährlich in Thingvellir trafen. Und innerhalb dieses Rings liegt das Hochland, das uns nach diesen abwechslungsreichen zwei Wochen sehr viel vertrauter ist als am Anfang.
Einige Stunden in Reykjavik lassen uns in das geschäftige, bunte Treiben in der Hauptstadt eintauchen, bevor sehr früh am nächsten Morgen das Flugzeug nach Hause geht. Wir beiden nutzen die Möglichkeit, einige Tage zu verlängern. Reykjavik bietet nicht nur viele Geschäfte mit ausgefallenen Waren, sondern auch Museen der verschiedensten Art und Bootsausflüge zur Wal- und Vogelbeobachtung. Die Zeit wird uns nicht lang, bevor auch wir - mit einem Bad in der berühmten Blauen Lagune - Abschied nehmen von Island. Unser Entschluss steht fest: Das war unser erster Besuch auf dieser landschaftlich und geologisch so interessanten Insel, aber sicher nicht unser letzter!

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Aktuelles

Hier finden Sie Touren, Preise und Termine zu unseren Touren nach Island. Die beschriebene Tour "Hochland-Trekking zwischen Feuer und Eis" finden Sie hier.

 
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