Von Tel Aviv zum Kibbuz Nes Ammin
Nachmittags landen wir in Tel Aviv, am Flughafen holt uns unsere israelische Reiseleiterin Maya ab. Gegen 17 Uhr fahren wir über die Autobahn Richtung Norden und treffen nach 19 Uhr im Kibbuz Nes Ammin ein. Für eine kleine Wanderung auf den Berg Muhraka (497 m) ist es schon zu spät. Also lassen wir uns das ausgezeichnete Abendessen schmecken: viele verschiedene Salate und Gemüse, drei Sorten Fleisch, Suppe und Obstsalat. Das Wort Kibbuz bedeutet “Sammlung" oder “Versammlungen" und bezeichnet eine ländliche Kollektivsiedlung in Israel. Alles ist Gemeinschaftseigentum und die Bewohner leben nach basis-demokratischen Strukturen. Der Aufenthalt im Kibbuz Nes Ammin bietet Zeit zum Erholen und Genießen. Die ruhigen Anlagen sind gepflegt und liebevoll gestaltet mit Kräutern, blühenden Pflanzen, jungen und alten Bäumen. Wir sehen viele Vögel, darunter auch Kolibris. Es gibt eine Synagoge, ein Gebetshaus und eine Jugendherberge.
Kreuzfahrerstadt Akko und Wandern bei Hilah
Wir frühstücken gegen 7 Uhr. Ungefähr eine Stunde später sind wir Richtung Akko unterwegs. Die Anreise ist nur kurz. Akko ist die einzige Kreuzfahrerstadt der Welt, die fast komplett erhalten geblieben ist. Wir besichtigen die Ahmed Jezzar-Moschee mit ihren bunten Mosaiken, Bögen und Glasfenstern; die Hallen der Ritter aus dem 13. Jh. sind eindrucksvoll. Danach gehen wir durch die Marktgassen des Alten Akko - sie sind voller kräftiger Farben und Gerüche. An den Verkaufständen gibt es Gemüse, Früchte, Gebäck, Gewürze, Fische und Handwerksartikel. Wir gönnen uns frisch gepressten Granatapfelsaft. Vom Hafen aus sehen wir die Stadt Haifa. Zum Schluss gehen wir entlang der Mauer zurück zum Bus. Gegen 13 Uhr kommen wir im Dorf Hilah und zum Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung. Der Weg steigt erst an. Am Rand wachsen exotische Blumen wie Anemona coronaria, Arum dioscoridis, Gladiolus ilalicus. Nach 30 Minuten haben wir den ersten schönen Blick auf die Montfort Kreuzfahrerburg, die wir gegen 14 Uhr zum Mittagspicknick erreichen. Auf einmal fliegen über uns hunderte Störche und drehen ihre Kreise - was für eine Überraschung!
Nach der Rast steigen wir ab ins Tal und queren den Keziv-Fluss, der viel Wasser führt. Maya meint, dieses Jahr wäre es besonders viel. Unterwegs sehen wir sogar Überflutungen und müssen über und unter umgerissene Bäume hindurch - das ist echt abenteuerlich! Entlang des Flussbettes und an den Hängen wachsen Johannesbaum, Lorbeer, Wermut und viele Farnarten - nicht zu vergessen das prächtige rosa Löwenmaul. Während dem Wandern treffen wir auf viele israelische und ausländische Kinder, die den Naturpark erkunden. Wir können mit ihnen auf Englisch Grüße austauschen und ein bisschen reden - eine tolle Begegnung; vor allem, nachdem sie erfahren, dass wir aus Deutschland kommen. Endlich erreichen wir den Pool, wo wir baden können. Ich gehe mit zwei Teilnehmern zur Tamir-Quelle, die gut versteckt in einer kleinen Schlucht liegt. Mit unseren Taschenlampen waden wir im Flussbett durch die enge Schlucht - ein prickelndes Gefühl! Gegen 18 Uhr steigen wir hinauf und erreichen gegen 19 Uhr nach einem sehr erfüllten Tag unseren Bus.
Ausflüge im Oberen und Unteren Galiläa
Morgens fahren wir Richtung Pique Hadasha ins Obere Galiläa. Dort wandern wir bergab, vorbei an wilden Eschen, Zistrosen und Lorbeer. Am Boden wachsen wilde Veilchen, Aronstab, Knabenkraut und Anemonen. Nach 10 Minuten erreichen wir die von der Verwitterung gerundeten Felsen und wandern an ihnen vorbei durch die sehr enge Schlucht. Gegen 11 Uhr fahren wir ab Richtung Unteres Galiläa und treffen nach 30 Minunte im Dorf Rame ein. Hier besuchen wir den Ort Ma'ale Tzvia, wo unsere Reiseleiterin Maya lebt. Man darf als Fremder nur hinein, wenn man jemanden besucht und der Wache am Tor eine Einladung der Gastgeber vorweisen kann. Die Dorfanlage ist sehr schön und liebevoll gestaltet und die Menschen hier erscheinen sehr umweltbewusst. Zum Beispiel sammeln sie das Regenwasser zum Bewässern. An Nutzpflanzen gedeihen Obstbäume, Gemüse und Kräuter. Es ist ein harmonisches Leben in einer Gemeinschaft, in der jeder bereit ist, den anderen zu unterstützen und ihm zu helfen, erzählt uns Maya.
Zu Mittag essen wir bei einer Beduinen-Familie. Es gibt Reis mit Linsen, Oliven, Tomaten, Blatt- und Sauerkrautsalat - und als Besonderheit für uns Malven mit Fenchel. Anschließend bekommen wir Kaffee mit leckeren Süßigkeiten. Und die Tochter von Maya spielt uns auf der Flöte vor; die ganze Familie ist sehr freundlich zu uns. Nach einer Stunde fahren wir ab Richtung Arbel-Tal. Statt um 14.30 Uhr gleich zu wandern, gehen wir erst nur spazieren. Wieder treffen wir auf hunderte Kinder und verbringen Zeit oben am gewaltigen Steilabbruch. Wir fotografieren Blumen und Tiere und ratschen. Gegen 16 Uhr beginnen wir den abenteuerlichen Abstieg. Alle kommen heil unten an und wir wandern im Tal entlang dieses Abbruchs bis zur Ruine des Hasmonäer-Palastes. Zu fünft steigen wir auf eigenes Risiko auf und erkunden die Anlage. Anschließend fahren wir weiter nach Tiberias zum Drei-Soldaten-Denkmal. Abends treffen wir im Golden Crown Hotel ein und genießen das tolle Abendbuffet.
See Genezarth und Yahudia-Nationalpark
Nach dem Frühstück fahren wir Richtung See Genezareth. Leider kein klarer Blick auf den See. Es ist zu viel Staub in der Luft, der aus der östlichen Sahara kommt. Am Berg der Seligpreisungen ist viel los. Die Anlage ist sehr schön, auch wenn uns der Blick zum See verwehrt bleibt. Dafür sehen wir erneut Scharen von Störchen am Himmel. Nach dem Besuch der Kirche der Seligpreisungen finden wir einen ruhigen Platz unter Bäumen. Hier liest uns eine Teilnehmerin aus der Bibel die Seligpredigt aus Matthäus 5 vor. So fühlen wir uns auf den Spuren von Jesus wandelnd. Manche von uns buchten diese Reise auch genau deshalb. Wir fahren weiter Richtung Tabgha, wo Jesus Brot und Fisch vermehrte. Hier besuchen wir die Heptapegon-Kirche mit dem Siebenquellenplatz; die Mosaiken auf den Boden sind künstlerisch sehr wertvoll. Im Hof der Kirche entdecken wir unter den Dächern Schwalbennester.
Um 11 Uhr fahren wir am trüben Jordan-Fluss vorbei, halten zum Fotografieren und erreichen dann den Yahudia-Nationalpark auf den Golan-Höhen. Nach der Mittagsrast brechen wir gegen 13 Uhr zu unserer Wanderung auf. Erst geht es flach durch die fruchtbare Landschaft mit ihren vielen blühenden Pflanzen. Nach 20 Minuten erhaschen wir den ersten Blick in die Schlucht. Wir gehen nicht weiter zum kleinen Wasserfall mit seinem Teich. Mittags ist es uns zu heiß zum Ab- und Aufsteigen. Stattdessen nehmen wir den Weg zum großen Wasserfall, zum dem wir über eine Metall-Leiter hinuntersteigen. Für den Rückweg wählen manche einen einfachen, kürzeren Weg, manche die anspruchvolle, längere Route. Auf der längeren Routen queren wir einige Male einen kleinen Bach und bestaunen nicht nur die Flora, sondern auch große schwarze Basaltsäulen. Nach dem Wandern fahren wir Richtung Hotel, legen aber unterwegs noch eine Kaffeepause ein.
Nazareth, Bet Shean und Kibbuzim-Tal
Am Morgen fahren wir nach Nazareth - hier wurde Maria vom Erzengel Gabriel die Geburt Jesus verkündigt und hier verbrachte Jesus den größten Teil seines Lebens. Durch den Basar spazieren wir hoch zur Verkündigungskirche - sie ist der größte moderne Kirchenbau in Israel. Das Innere der Kirche erstreckt sich über zwei Stockwerke; beim Rundgang bestaunen wir die Marienbilder aus vielen Nationen der Welt. Draußen am Säulenumgang sehe ich ein Bild von den Philippinen - aus meiner Heimat! Darüber freue ich mich sehr. Die Verkündigungsgrotte können wir nicht besichtigen, weil gerade ein Gottesdienst stattfindet. Es geht weiter nach Bet Shean. Der Talmud schreibt dazu: “Falls der Garten Eden im Land Israel ist, dann ist sein Tor in Bet Shean." Der Ort ist in der Bibel im Zusammenhang mit dem tragischen Tod von König Saul und seinen Söhnen erwähnt; die Philister hingen die Leichen an die Stadtmauer. Hier sehen wir uns die größte und bedeutendste Ausgrabungsstätte Israels an: das am besten erhaltene römische Theater, Badehäuser, Kolonnadenstraßen und Tempel. Um 11.30 Uhr fahren wir ins Kibbuzim-Tal und picknicken unter einem großen Baum. Statt zu wandern nehmen wir uns Zeit zum Entspannen. Manche gehen baden, andere lesen, ich gehe spazieren. Die Umgebung ist sehr gepflegt. Viele Einheimische machen hier Picknick und erfrischen sich im Wasser. Nach unserer Pause fahren wir auf den Berg Gilboa; an diesem Berg führte König Saul Krieg gegen die Philister. Wir fotografieren die bedrohte dunkel-lila Iris und wilde Tulpen. Auf der Weiterfahrt Richtung Jerusalem ist rechterhand der Grenzzaun zwischen Israel und Jordanien zu erkennen.
Besichtigungen in Jerusalem
Morgens fahren wir wegen des schönen Blickes auf Jerusalem auf den Skopus-Berg. Leider ist es diesig, so dass wir keine klare Sicht haben. Dann geht es weiter zum eindrucksvollen Museum nach Yad Vashem. Wir haben 90 Minuten Zeit, um das Museum - jeder für sich - zu besichtigen. Gegen 12 Uhr kommen wir in En Karem am. An Marias Brunnen treffen wir den Chef unserer Partneragentur, Israel Ariel. Wir steigen auf zur Franziskanerkirche Visitatio Maria - die Kirche der Heimsuchung. Hier soll das Haus von Elisabeth und Zacharias gestanden haben, in dem auch Maria Elisabeth besucht haben soll. Ein kurzer Stopp in einem Kunstladen und der Bus bringt uns gegen 13 Uhr zurück nach Jerusalem. Israel Ariel kauft uns Leckereien am Markt, die wir mitten auf dem Markt bei einem unvergesslichen Mittagsimbiss probieren. Wieder haben wir Zeit - auf eigene Faust - etwa 30 Minuten lang den Markt zu entdecken, bevor wir gemeinsam das Christliche Viertel besuchen und die modernen Geschäfte neben der Mauer von Jerusalem. Zum Schluss steigen wir auf das Terrassendach der Maronite Patriarchal Exarchate beim Jaffa-Tor. Es bietet ein super 360 Grad Panoramabild von Jerusalem. Dann spazieren wir zur koptisch-orthodoxen Queen Helen Church und besuchen die Zisterne. Die Zeit bis zum Sonnenuntergang verbringen wir im Wiener Hospiz. Von der Dachterrasse dieses Hotels hat man einen wunderbaren Blick über die Dächer Jerusalems.
Besuch von Bethlehem und am Skopus-Berg
Als wir um 8.30 Uhr in Bethlehem ankommen und den Bus verlassen, treten wir durch die Demutspforte in die Geburtsgrotte Jesus ein; dabei beugen wir uns in Demut und Respekt. Die Geburtsstelle markiert ein silberner Stern unter dem Geburtsaltar. Gegen 11 Uhr fahren wir ab Richtung Jerusalem zum Skopus-Berg. Wir spazieren zur Kirche aller Nationen, die im Garten Gethsemane liegt. Er ist eingezäunt wegen seiner sehr alten Olivenbäume. Hier soll Jesus bei seinem letzten Gebet von Judas Iscariote verraten worden sein. Weiter geht es zu Fuß zum Löwentor und zur Via Dolorosa, dann durch enge Gassen zur Kirche, die an dem Platz steht, an dem Jesus von Pontius Pilatus gerichtet wurde. Mittags essen wir in einem Lokal Salate und Falafel und besuchen dann die Armenische Kirche beim Wiener Hospiz. Anschließend haben wir über eine Stunde Zeit für die Grabeskirche Sepulchere, in der Pilger aus aller Welt aufeinander treffen. Die Mehrheit unserer Gruppe besucht danach die Klagemauer, einige mit mir das Grab Jesus. Es befindet sich in einer schönen Gartenanlage und wirkt wie eine Oase der Ruhe nach dem Besuch der Grabeskirche. Hier ist auch der Hügel Golgatha, auf dem Jesus gekreuzigt wurde.
Ausflug nach Qumran und im En-Gedi-Naturpark
Morgens fahren wir südlich Richtung Qumran. Nach 30 Minuten erreichen wir die Null-Meter-Marke, befinden uns also auf Meeresniveau. Die hügelige Wüstenlandschaft um uns ist durch Niederschläge, die kürzlich gefallen sind, außergewöhnlich grün. Gegen 9 Uhr sind wir in Qumran und besuchen das Museum, bevor wir zu den Ausgrabungsstätten und den Qumran-Höhlen gehen. Gegen 10 Uhr fahren wir rund eine Stunde bis zum En-Gedi-Naturpark und marschieren nach Nahal Arugot. Der Weg ist anfangs eben und einfach und verläuft größtenteils entlang der Schlucht, deren Fluss viel Wasser führt. Die Schlucht ist üppig-grün, viele Pflanzen blühen; unterwegs kommen wir an einem Tobel vorbei, einer Art natürlicher Wasserrutsche aus Fels. Es geht auf und ab bis wir am Ende der Schlucht an einem versteckt liegenden kleinen Wasserfall ankommen. Hier machen wir Picknick und können auch baden. Auf dem Rückweg passieren wir überflutete Büsche, umgedrückte Sträucher und frei gespülte Wurzeln; es geht rauf und runter. Unsere Gruppe teilt sich: Die Mehrheit wählt den selben Weg, den wir gekommen sind, zurück zum Busparkplatz; fünf von uns nehmen den etwas abenteuerlichen Weg durch das Flussbett. An einem kleinen Wasserfall am Weg toben sich viele israelische Kinder aus. Sie haben hier gepicknickt. Schließlich stoßen wir auf den normalen Weg und sind gegen 16 Uhr zurück am Bus. Wir fahren zur unserer nächsten Unterkunft im Kibbuz in En Gedi. Der Name bedeutet “Böckleinquelle". Das passt, denn der Kibbuz ist eine wasserreiche Oase.
Wandern im En-Gedi-Naturpark und Totes Meer
Schon um 7 Uhr erkunde ich die Umgebung unseres Kibbuz. Am Hang der Schlucht sehe ich bei Sonnenaufgang mehrere Ibex-Steinböcke; der Blick in die En-Gedi-Schlucht ist einfach super. Es hat sich gelohnt, so früh aufzustehen. Nicht nur wegen der Tiere, die ich beobachten kann, auch wegen der intensiven Farben - tolle Fotomotive. Der Kibbuz En Gedi ist ein idyllischer Ort der Ruhe und Erholung. Hier gedeihen viele exotische Pflanzen in ihrer bunten Pracht, man kann herrlich die Natur genießen. Wir sind in kleinen Reihenbungalows inmitten eines botanischen Gartens untergebracht. Hier treffe ich einen Kibbuz-Bewohner. Er ist für die Blütenernte der männlichen Datteln zuständig, um damit die weiblichen Datteln zu bestäuben.
Nach dem Frühstück fahren wir nach Nahal David. Unser Wanderweg steigt am Anfang leicht und dann steiler an. Die Landschaft ist dicht bewachsen mit Wüstenpflanzen und, wo es Wasser gibt, mit Schilfgewächsen. Gegen 8.30 Uhr erreichen wir einen kleinen Wasserfall mit einem Pool. Aber es ist noch zu früh zum Baden. Über mehrere Felsstufen fällt das Wasser in kleine Becken. Wir steigen weiter auf und erreichen Davids Wasserfall. Hier weht eine frische Brise. Später klettern wir über einen mit Stahlseil gesicherten Steig zur Dodim-Höhle ab und wandern dann wieder bergan zur En-Gedi-Quelle. Wir blicken hinab auf eine Oase, in der Mangobäume und Dattelpalmen wachsen, und sehen im Hintergrund das Tote Meer. Um 12 Uhr zurück am Bus, fahren wir zur Synagoge und schauen uns die gut erhaltenen Bodenmosaiken an. Nach einer Stunde bringt uns der Bus zum Kibbuz, wo wir in einer klimatisierten Halle essen. Der Nachmittag ist frei. Einige bleiben im Kibbuz, andere nehmen wie ich einen Shuttle Bus, der uns in 15 Minuten zu einem Spa am Toten Meer bringt - Zeit für Wellness!
Flusswandern und Ausflug im Arad-Naturpark
Richtung Süden fahren wir zum Ausgangspunkt der Wanderung zum Flussbett Ze'elim. Um 10.45 Uhr geht es los. Zuerst wandern wir auf einem einfachen Weg, der dann steinig wird und bergauf und bergab führt. Mehrmals waden wir mit Trekkingsandalen durch das Wasser und freuen uns über das grüne Flussufer. Gegen 12 Uhr endet der Ausflug an einer modernen Hotelanlage am Toten Meer. Nach einem Bustransfer sind wir um 13.30 Uhr am Arad-Naturpark. Es ist kalt, als wir im Park eintreffen und unser Picknick anrichten. Überraschend kommen einige Polizisten zu uns und bieten uns ihre übrig gebliebene warme Mahlzeit an - bei ihnen gab es Schnitzel mit Reis und Möhren; wir kommen ins Gespräch und nehmen dankend an. Wir dürfen das Essen an ihrem Lagerfeuer anwärmen, uns Kaffee und Tee kochen und sogar frisch gegrillte Hühnchen vom Lagerfeuer probieren. Alles schmeckt hervorragend und die Gastfreundschaft der israelischen Polizei bleibt uns unvergesslich. Nach dem Essen fahren wir zur Kanaaniten-Ruine und besichtigen die Tempel, Mauern und die Zisterne. Hier wachsen wunderschöne - leider bedrohte - dunkellila Iris. Der Blick von der Ruine in die Umgebung reicht bis zur Stadt Arad, in der das Hotel liegt, in dem wir heute übernachten.
Wandern nach Massada und Totes Meer
Wir fahren am Morgen ab Richtung Massada. Erst wandern wir zu einigen Zisternen, dann steigen wir weiter auf und besichtigen die antike Anlage. Sie gilt als Symbol der Freiheit Israels. Um 10 Uhr beginnen wir mit dem Rückweg. Über den Schlangenpfad brauchen wir eine Stunde bis hinunter zum Bus. Als alle drin sind, fahren wir los zu einem Spa ans Tote Meer. Wir baden im Salzwasser und essen anschließend in einem Restaurant. Auf dem Rückweg zum Hotel in Arad legen wir einen Fotostopp ein, um wilde Tulpen und Iris zu fotografieren. Ob im Kibbuz oder im Hotel - schon allein Frühstück und Abendessen sind eine Reise nach Israel wert. So gesunde und vielfältige Buffets habe ich auf meinen vielen Reisen bisher nie erlebt. Das Mittagessen, das wir selber einkaufen, tragen und vorbereiten müssen, ist recht bescheiden, erfüllt aber unsere Bedürfnisse. Alle helfen mit, Gemüse und Salate zu schnipseln, die wir dann bei unseren Picknicks an Fünf-Sterne-Plätzen in der Natur genießen.
Wandern in der Negev-Wüste
Um 8 Uhr fahren wir zum Ausgangspunkt unsere Wanderung in der Wüste Negev. Unterwegs zeigt sich überraschend ein intensiv leuchtender, halbrunder Regenbogen. Als wir nach 10 Uhr in En Avedat ankommen, ab hier wollen wir wandern, regnet es in Strömen. Wie im Monsun. Als nach 20 Minuten der Schauer endet, klart der Himmel auf und wir gehen los. Der Aufstieg ist steil und wir müssen warten, weil eine große Gruppe von Schülern vor uns ist. Oben angekommen, besuchen wir eine kleine Höhle und machen Mittagsrast. Gegen 13 Uhr fahren wir nach Sede Boqer, ein Kibbuz in der Wüste Zin. Hier genießen wir in einem Beduinenzelt unsere Kaffeepause und probieren Datteln frisch von der Palme. Circa 14.30 Uhr beginnt unsere Wanderung in Nahal Chavarim. Die Landschaft ist recht kahl und von weißlicher Farbe, aber in den Tälern wachsen zu unserem Erstaunen einige Pflanzen und Blumen und wie erspähen sogar Ibex-Steinböcke. Zuletzt fahren wir in 10 Minuten zum Grab von Ben Gurion und genießen den Blick am Maktesh Ramon-Krater, bevor es zurück ins Hotel geht.
Wandern am Krater Maktesh Ramon
Nach dem Frühstück spazieren wir zum Aussichtspunkt auf den Krater Maktesh Ramon. Dann fahren wir zum Startpunkt unserer Wanderung, steigen auf einen kleinen Pass und wandern über den Grat mit tollem Blick in die Kraterlandschaft. Um 10.30 Uhr erreichen wir einen höheren Pass mit gigantischem Blick in die Kraterlandschaft und machen unser Gruppenbild, bevor wir absteigen (ein paar Mal nehmen wir die Hände zur Hilfe) und ins Wadi Saharonim wandern. Unterwegs in der Wüste kommen wir an vielen blühenden Pflanzen vorbei. Gegen 12 Uhr erreichen wir unseren Rastplatz und wandern nach zwei Stunden weiter durch eng verschlungene Schluchten. Ungefähr um 15.30 Uhr kommen wir zum Wadi Amon und teilen uns in zwei Gruppen: Die Mehrzahl von uns kehrt zum Bus zurück, einige wandern mit Maya weiter zu einem kleinen Gipfel namens Ahurot. Hier eröffnet sich uns ein unvergessliches Rundum-Panorama. Wieder vereint am Bus, trinken wir Kaffee und fahren zurück zum Hotel.
Ausflüge im Maresha-Nationalpark
Schon vor 6 Uhr gehe ich zum Sonnenaufgang zu einem Aussichtpunkt und erlebe für mich allein die Morgenstimmung. Nach dem Frühstück fahren wir in zwei Stunden Richtung der Stadt Bet Guvrin zum Maresha-Nationalpark. Im Park besichtigen wir einige Höhlen wie die Columbarium-Höhle und als schönste und meistbesuchte die Tel Maresha-Höhle. Wir schauen uns auch den Zisternenkomplex unter dem Maresha-Haus an und die Sidonian-Grabhöhle mit vielen Wandmalereien. Ein griechischer Mann erzählt uns sehr anschaulich aus dem Leben der hier begrabenen Familien. Dann fahren wir zur nahe gelegenen Glocken-Höhle, die uns durch ihre großartige Akustik begeistert. Auf dem Rückweg nach Jerusalem machen wir Mittagsrast in einem Park und sind gegen 15 Uhr am Hotel. Abends gehen wir zum Jaffa-Tor beim David-Museum, um uns gegen Eintritt die eindrucksvolle Ton- und Lichtshow anzusehen.
Ausklang in Jerusalem
Gegen 9 Uhr besuchen wir in Jerusalem die heiligsten Orte des Tempelberges: den Felsendom und die Klagemauer. Wie gehen entlang der Klagemauer und besichtigen den ganzen Gebäudekomplex um den Felsendom herum. Dann spazieren wir über die Cardo-Straße ins Jüdische Viertel. Wir kommen vorbei an der Dormitio-Kirche, besuchen Davids Grab, den Saal des letzten Abendmahls und zum Schluss die Dormitio-Kirche, in der Maria begraben ist. Zurück am Bus, fahren wir erneut nach Jerusalem hinein, bewundern die berühmte Seilbrücke und nehmen Abschied von der Stadt. Wir fahren weiter Richtung Tel Aviv und pausieren unterwegs zum letzten Picknick in einer schönen Parkanlage. Hier singen wir ein Abschiedslied für unsere Reiseleiterin Maya, bevor sie uns am Flughafen Tel Aviv verabschiedet.
Diese Pionierreise bleibt mir unvergesslich und in intensiver Erinnerung, vor allem wegen der vielen überraschenden Erlebnisse unterwegs und der Begegnungen mit den Menschen, der Natur und Kultur. Zum Schluss schreibe ich allen Lesern ein Schalom und Salaam und bete für den Frieden in Jerusalem und Israel.
Marlyn Leyendecker, Hauser-Mitarbeiterin, am 20. Mai 2010
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