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Unterwegs im Paradies

Willi Tauscher (Hauser Shop und Asien-Abteilung) berichtet von Lord Howe 

Drei Teelöffel scharfen Senf, 20 Gramm Olivenöl und zwei Esslöffel getrocknete Tomaten sowie 200 Gramm Kingfish kaufe ich im Coop für mein Abendessen ein.

Ich befinde mich auf Lord Howe Island, einer der schönsten Inseln im Südpazifik, knapp zwei Stunden Flugzeit von Sydney entfernt. Die elf Kilometer lange und ungefähr drei Kilometer breite Insel gehört zum Australischen Bundesstaat New South Wales. Die UNESCO hat sie seit 1982 als besonders schützenswert gelistet. 320 Einwohner leben auf der Insel und maximal 400 Touristen dürfen sich hier auf einmal aufhalten. Nebenan - in Thompsons Store - kaufe ich noch eine Paprika und eine Flasche Weiswein. Am öffentlichen Holzgrill direkt am Lagoon Beach bereite ich mir ein herrliches Abendessen zu. Die Abendsonne beleuchtet den 875 Meter hohen Mount Gower und den 777 Meter hohen Mount Lidgbird. Dunkelgrün funkelt die Lagune - eine Wahnsinnsaussicht! Fast zu schön, um wahr zu sein.

Am nächsten Tag genieße ich erst einmal ein gemütliches Frühstück im tropischen Garten meiner Unterkunft.

Danach gehe ich zum Thompson-Store, um die sauber gespülten Behältnisse zurückzubringen, in denen die Zutaten meines gestrigen Abendessens waren. Auf Lord Howe wird Recycling groß geschrieben. Die anschließende Wanderung vom Malabar Hill zum Kims Lookout und weiter zum Mount Eliza und über die North Beach zurück zu meinem Bungalow gehört zu den schönsten Routen auf der Insel. Es geht entlang steiler Klippen und durch dichten Regenwald. Und immer wieder dieser tolle Blick auf den Mount Gower, den Mount Lidgbird und auf das türkisgrüne Riff. Es ist das südlichste Korallenriff der Erde. Dieser Trail versetzt mich in einen regelrechten “Fotorausch". Am nächsten Tag ist die etwas anspruchsvollere Wanderung auf den Mount Gower geplant. Leider hat Jack, der autorisierte Führer, keine Zeit. Der Mount Gower darf nur in Begleitung des Rangers bestiegen werden. Macht nichts. Dann bade ich erst einmal am Kings Beach und sehe mir die vielfältige Unterwasserwelt an. Die Wanderung zur Goat House Cave auf halber Höhe des Mount Lidgbird entpuppt sich doch als schweißtreibender als gedacht. Dafür entschädigt mich eine unglaubliche Sicht auf den Mount Gower und auf das Korallenriff.

Tags darauf miete ich ein Fahrrad und erkunde die insgesamt circa 20 Kilometer lange Fahrstraße.

Vorbei an Kentia-Palmen-Plantagen - es ist die meistverkaufte Zimmerpalme der Welt - und nach einem Besuch im lehrreichen Museum der Insel erreiche ich den Middle Beach. Riesige abgestorbene Korallenstöcke schaffen eine eigentümliche Stimmung. Am Muttonbird Point beobachte ich Maskentölpel und sehe den waghalsigen Flugmanövern der Seeschwalben zu. Nachmittags ist Neds Beach angesagt. Hier kann man riesige, fast eineinhalb Meter lange Königsfische, Korallenhaie und andere bunte Fische mit der Hand füttern. Auch zum Schnorcheln ist es großartige - wenn man keine Angst vor den angeblich völlig harmlosen Haien hat.

Im Glasboden-Kajak paddle ich zum North Beach.

Dort gibt es Seevögel zu beobachten. Auf Lord Howe brüten zeitweise über 100.000 Vögel. Eine bestimmte Art von Sturmvögeln nistet nur hier. Entlang der Klippen stürzen sich Rotschwanz-Tropicbirds in die Fluten - schön sie zu beobachten. Im Anschluss bietet eine Wanderung auf den Transit-Hill und zur Blinky Beach wieder unglaubliche Aussichten. Das Macademia-Nuss-Eis in Thompsons Store schmeckt danach herrlich. Mit einem Sundowner in der Hand genieße ich - wie jeden Abend - den unglaublich kitschig-schönen Sonnenuntergang am Thompson Memorial Point in der warmen Abendsonne.

Am winzigen Flughafen trinke ich einen Milchkaffee und warte auf die kleine Maschine zurück nach Sydney.

Warum bin ich nicht länger geblieben? Ich konnte ja nicht ahnen, dass eine so winzige Insel so viel Schönes zu bieten hat. Don Fuchs, ehemaliger Hauser-Reiseleiter und heute ein renommierter Fotograf in Australien, sagte einmal zu mir: “Wenn du etwas ganz Besonderes erleben willst, dann besuche Lord Howe."

Wichtiger Hinweis:

Lord Howe besuchen Sie bei unserer Reise “Südseetraum und Tasmanischer Teufel". Die Reise ist als 3-Fuß-Tour ausgeschrieben, entspricht aber nur einer 2-Fuß-Tour. Lediglich die Besteigung des Mount Anne auf Tasmanien entspricht einer 3-Fuß-Tour. Hier gibt es jedoch eine gleichwertige Alternativwanderung, die weniger anspruchsvoll ist.

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