Mit Kamelen zum Geisterberg der Tuareg
Reisebericht von unserer Afrikaspezialistin Andrea Bahmann
Im Februar reiste ich nach Libyen
und schloss mich unserer Hauser-Gruppe an. Mit dabei hatte ich den Reisebericht “Wüstenwanderung" aus den Dreißiger Jahren von dem berühmten Sahara-Forscher Théodore Monod. Darin fand ich immer wieder Parallelen zu dem, was ich unterwegs erlebte oder entdeckte. Noch wenige Tage vor der Abreise nach Libyen war ich in den Bayerischen Alpen mit Schneeschuhen unterwegs, schritt durch tief verschneite Winterlandschaften und Berge von Schnee. Dabei rutschte mir schon ein Freudscher Versprecher heraus - war ich gedanklich schon in der Sahara? Ich sagte zu meinem Mann: `Schau mal … der Sand dort!´ Was ich ihm zeigen wollte, war aber eine vor uns liegende Schneeverwehung, die stark an Dünen erinnerte.
Eine Ähnlichkeit, die auch Théodore Monod aufgefallen war:
“Noch deutlicher erinnern manche Landschaftsformen in der Sahara an die kältesten Länder unserer Erde, doch sind sie zugleich auch seltener anzutreffen. Zunächst einmal der Schnee, im Sand der Dünen. Nicht nur wegen der brutalen Helligkeit der Materie oder seiner Konsistenz - manche Sandarten sind so pulvrig und locker, dass sie an Pulverschnee bei großer Kälte denken lassen - sondern wegen der Formen. Denn beide werden vom Wind bewegt und lassen dabei Abhänge, Kämme und Täler entstehen."
Als ich schließlich in der Sahara landete,
war ich froh, dass es dort wärmer als in Bayern war. Beeindruckt hat mich die unendliche Größe Libyens, alleine das Akakus-Gebirge oder die Ausmaße der Sandmeere von Erg Murzuq oder Erg Ubari sind unbeschreiblich. Ein besonderes Erlebnis waren die Tage mit der Hauser-Gruppe und der Tuareg-Mannschaft beim Kamel-Trekking durch das Akakus.
Wie vielfältig
jeder Trekking-Tag doch war! Riesige Dünen, Felsnadeln, Felslöcher und Felsbögen, waghalsige Konstruktionen von Wind und Wetter geformt. Ehrfürchtig standen wir in abgelegenen Tälern vor an Steinwänden verewigten Felszeichnungen. Schon 5.000 oder 10.000 Jahre vor uns hielten sich hier Menschen auf. Durch ihre kunstvollen Darstellungen haben sie einen Teil ihres Lebens für die Nachwelt sichtbar gemacht.
Die Begegnung mit den Tuareg
war eine Bereicherung. Unsere Begleiter haben uns an ihrem Leben teilnehmen lassen: Sie zeigten uns wie man im Sand Brot bäckt und teilten mit uns ihren Tee. Ganz unerwartet wurde die Reise zu einem besonderen Musikerlebnis, denn der Koch, der unsere Gruppen begleitet, ist ein begnadeter Gitarrist und Sänger. Am Lagerfeuer hörten wir den Gesängen der Mannschaft zu - unüberhörbar, dass der Ursprung des Blues aus Afrika kommt.
Passend zu den schönen Tagen beim Kamel-Trekking berichtet wiederum Théodore Monod:
“Den schönen, den nützlichen und dauerhaften Teil unseres zunehmenden Wissens werden wir vielleicht weniger verbesserten Fahrzeugen zu verdanken haben, […] sondern dem gemächlichen Voranschreiten vierer großer, runder Hufe und zweier Schlappen aus Antilopenleder."
So wurde auch mir bei disem Trekking wieder einmal klar,
wie viel intensiver es ist, ein Gebiet zu Fuß zu durchqueren. Zwar bin ich vom Wüstenvirus unheilbar infiziert, konnte aber bis jetzt nur positive Nebenwirkungen feststellen, einschließlich der beruhigenden Wirkung der Kamele, diesen stolzen und faszinierenden Wüstenschiffen. Begeistert kam ich mit der Gewissheit zurück, dass diese Reise zu den wirklich ganz besonderen Hauser-Touren zählt. Voll neuer Ideen plante ich gleich eine weitere Tour mit einem zehntägigen Sahara-Trekking für unsere Reisegäste. Wen ein noch längeres Wüsten-Trekking reizt, dem empfehle ich die Tour `Die Entdeckung der Langsamkeit´.
Andrea Bahmann
Afrika Spezialistin
Aktuelles
Nachhaltigkeit weltweit!
Unser Umweltteam betreut eine Vielzahl an Projekten und arbeitet ständig an neuen Konzepten.
Mehr lesen…
