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Reiseberichte  |  Reiseberichte  |  Reisebericht MTB Armenien

Mtb-Erkundungstour Armenien

Armenien

- ein unbekanntes Land jenseits der schneebedeckten kaukasischen Riesen, zerklüftet, steinig und uralt. Ein Land das genau an der geographischen, politischen und wohl auch kulturellen Grenze zwischen Europa und Asien, zwischen Christentum und Islam liegt.

Wolfgang Neumüller,

MTB-Spezialist und verantwortlicher Mountainbike Koordinator bei Hauser exkursionen, brach am 06.10.2009 zu einer abenteuerlichen Pioniertour in das geheimnisvolle Hochgebirgsland auf, um die Route einer spektakulären Nord-Süd Durchquerung zu erkunden.
Hauser exkursionen wird diese Tour erstmalig 2010 für ambitionierte Mountainbiker in das Programm aufnehmen.

„Unser Ziel war,

eine mit dem Mountainbike fahrbare Nord-Süddurchquerung entlang alter Karren- und Fußwege zu erkunden", berichtet Wolfgang Neumüller. „Die Herausforderung hat vor allem darin bestanden, dass es von Armenien kein für Wanderer und Mountainbiker brauchbares Kartenmaterial gibt, kein markiertes Wegenetz besteht, niemals sicher ist, ob ein viel versprechend begonnener Pfad sich nicht plötzlich im Nichts verliert. Wir waren zwei Wochen unterwegs und sind sehr glücklich, mit einer für sportliche Mountainbiker perfekten, wildromantischen Trans-Armenien-Tour im Gepäck zurückgekommen zu sein.

Der mächtigste aller Gebirgsstöcke Armeniens,

der Aragats (4.095 m), liegt nordwestlich der Hauptstadt Yerevan. Wir sind bis auf 3.500 m mit dem Mountainbike aufgefahren, immer den schneebedeckten Gipfel vor Augen. Wo die Wiesen aufhörten und das grobe Geröll und Gestein begann, ließen wir die Mountainbikes zurück, um den Gipfel zu Fuß zu erreichen. Lohn für die Anstrengung war ein traumhafter Ausblick auf das umliegende Land und den berühmten Zwillingsberg Ararat. Der anschließende Downhill von fast 2.000 Höhenmetern war ein Genuss der Extraklasse.

Die Gebirge bedecken mit ihren schroffen,

vulkanischen Gesteinen beinahe die Hälfte des Armenischen Territoriums, auch die Ebenen und Täler des Landes liegen meist sehr hoch. Fasziniert hat uns immer wieder die absolute Einsamkeit und Ruhe der Natur. Raubvögel ziehen majestätisch ihre Kreise über den schier unendlichen Weiten unberührter Berglandschaft. – Keine Straßen, keine menschlichen Siedlungen, keine Berghütten, keine Wegmarkierungen, nur Berge, soweit das Auge reicht, Ruhe und Stille. Zu hören nur der eigene Herzschlag bei langen Auffahrten auf steinigem Untergrund oder weichem Wiesenboden. Gerastet haben wir oft an malerischen Gebirgsseen, tief blau, rund und unberührt. Wir sind in diese Stille hineingezogen worden, die felsige Unzugänglichkeit und steinige Kargheit Armeniens nahm uns in ihren Bann.

Der erkundete Streckenverlauf vom Sevansee bis zur kleinen Stadt Mergi,

ganz im Süden, an der Iranischen Grenze, bietet jedoch nicht nur sportliche Mountainbike Herausforderung und beeindruckende Bergerlebnisse, sondern auch kulturelle Highlights.

Die faszinierende Kultur des Armenischen Volkes,

präsentiert sich schon seit Jahrtausenden als eine zwar orientalisch beeinflusste, aber zutiefst christliche. Uralte christliche Kirchen, aus Tuffstein, oder Basalt errichtet, mit den typischen, verzierten Kreuzsteinen, begeisterten uns immer wieder durch ihre mystische Atmosphäre und ihre wehrhafte Trotzigkeit. Unvergesslich auch das Erlebnis, als auf einer weiten, windigen, grasbewachsenen Hochebene, umringt von hohen, kahlen Bergen, die Steine von Zorakhar auftauchten. Eine prähistorische Kultstätte aus dem vermutlich 4. Jahrtausend vor Christus, das Armenische Stonehenge.

Die „Trans-Armenien“

ist eine MTB-Tour, die alle Sinne fordert und fördert, die Erkundung war ein eindrucksvolles Erlebnis und ich freue mich, meine Erfahrungen nächstes Jahr an die Reisegäste von Hauser exkursionen weitergeben zu können. 300 km mit über 6.500 Hm MTB-Abenteuer erwarten uns.

Reisebericht von

Wolfgang Neumüller

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