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Armenien - Biken im Land aus Stein

Von Wolfgang Neumüller 

Aufbruch

August 2010, es war so weit! Eine hoch motivierte Bike-Gruppe brach auf nach Armenien. Wolfgang Neumüller, Mountainbike-Spezialist und verantwortlicher Mountainbike-Koordinator bei Hauser Exkursionen, konnte zehn sportliche Biker für ein neues Abenteuer begeistern. Auch bei dieser Reise gelang es, dank der Erkundungsarbeit des Autors im letzten Oktober, interessante Bike-Strecken mit der Besichtigung von Kulturstätten in erlebnisreicher Naturlandschaft zu verbinden.

Jerevan

“Schon bei der Landung in Jerevan begrüßte uns der Ararat mit einem stimmungsvollen Sonnenaufgang. Nach einem sonnigen Tag in der Hauptstadt ging es gleich los. Wir starteten in Geghard, einer Klosteranlage aus dem 7. Jahrhundert. Nach einer kurzen Besichtigung traten wir in die Pedale. Entlang einer Hochebene tasteten wir uns zum Rand der Garni-Schlucht, eine mittelsteile Abfahrt über sandige Karrenwege erwartete uns. Durch die Schlucht fuhren wir weiter bis zum Sonnentempel in Garni.

Sevaberd - Sevan-See

Nach einer weiteren Nacht in Jerevan begann unsere “Trans-Armenia". In Sevaberd starteten wir zur ersten 1.000 Höhenmeter Auffahrt. Fasziniert hat uns immer wieder die Einsamkeit und Ruhe. Raubvögel zogen majestätisch ihre Kreise über den schier unendlichen Weiten unberührter Berglandschaft. - Keine Straßen, keine menschlichen Siedlungen, keine Berghütten, keine Wegmarkierungen, nur Berge, soweit das Auge reicht, Ruhe und Stille. Über verwachsene Wiesenwege, teilweise in Nebel eingehüllt, rollten wir hinunter zum Sevan-See. Diese “blaue Perle Armeniens" ist der höchst gelegene Süßwassersee der Erde.

Jermuk-Schlucht

Die Route am nächsten Tag führte zu vielen kleinen Bergseen auf über 2.500 Meter hinauf und über wunderschöne Hochflächen. Die felsige Unzugänglichkeit und steinige Kargheit Armeniens schlug uns in ihren Bann. In Jermuk erwartete uns eine weitere sportliche Schotterabfahrt durch die Jermuk-Schlucht. Nach einem kurzen Transfer tauchten die geheimnisvollen Steine von Zorakhar auf. Eine prähistorische Kultstätte vermutlich aus dem 4. Jahrtausend vor Christus, das armenische Stonehenge.

Donner-Kloster

Nach einer Besichtigung vom “Donner-Kloster" bei Sissian bikten wir über steile Wiesenwege nach Tatev, einer Klosteranlage aus dem 9. Jahrhundert. Leider erwischte uns an diesem Tag der Sommerregen. Dank guter Ausrüstung ging es trotzdem mit Spaß nach Kapan weiter. Von hier brachte uns unser Begleitbus hinauf zum Tashtun-Pass auf 2.480 Meter. Noch waren wir nicht oben. Auf den Bikes erwarteten uns weitere 700 Höhenmeter Richtung Mt. Sepat. Wir wurden belohnt: Über Wiesen und Karrenwege rollten wir über 2000 Meter hinunter zur iranischen Grenze nach Meghri. Die Durchquerung war geschafft! Nun folgten ausgewählte Tagestouren.

Höhlenstadt Khndzoresk

In Goris bikten wir noch zur Höhlenstadt Khndzoresk und besichtigten anschließend die Klöster Noravank und Khor Virap. Nun wartete der mächtigste aller Gebirgsstöcke Armeniens, der 4.095 Meter hohe Aragats, auf uns. Wir konnten bis auf 3.600 Meter mit dem Mountainbike auffahren, immer den Gipfel vor Augen. Wo die Wiesen aufhörten und das grobe Geröll und Gestein begann, ließen wir die Mountainbikes zurück, um den Gipfel zu Fuß zu erreichen. Lohn für die Anstrengung war ein traumhafter Ausblick auf das umliegende Land und den berühmten Zwillingsberg Ararat. Der anschließende Downhill von fast 2.400 Höhenmetern war ein Genuss der Extraklasse und ein würdiger Abschluss dieser wunderschönen 300 Kilometer langen Reise, ein Bike-Abenteuer mit über 6.500 Höhenmetern.

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