Katalog- und Medienbestellung

Katalog-Deckblatt

• Katalog 2012

• Hauser Mitteilungen

• MTB, Gipfeltreffen

• Marokko, Peru

• Hauser Newsletter

Annapurna-Umrundung - immer noch Traumroute?

Von unserer Asien-Spezialistin Barbara Luderer 

Traumroute?

In letzter Zeit gab es widersprüchliche Aussagen über die Annapurna-Umrundung und den Ausbau des Kali Gandaki-Tals. Ist die Region noch eine Reise wert? Ich wollte es im Oktober ganz genau wissen.
Als Firmengründer Günter Hauser mit einer Expedition vor 45 Jahren die Gangapurna erstbestiegen hat, waren er und seine Freunde Pioniere. Die Dorfbewohner sahen zum ersten Mal westliche Touristen. Vieles hat sich verändert seit damals, doch die Berge und das Panorama sind dieselben - wunderschön.

Idealer Einstieg

Wir starten in Bhulbule. Am ersten Tag geht es durch kleine Dörfer, vorbei an Reisterrassen und durch fruchtbares Ackerland. Eine “Straße", eher ein rumpeliger Feldweg, führt auf der anderen Flussseite bereits bis Syange. Wir treffen erst am Ende unseres Trekkingtages kurz vor Jagat auf die Piste. Es wäre schade, diesen ersten Trekkingtag mit dem Jeep zurückzulegen. Zu vielfältig ist die Route, die Begegnungen in den Dörfern sind herzlich und die Etappe ist ein idealer Einstieg in das lange und nicht zu unterschätzende Trekking.
In Jagat gibt es zahlreiche Lodges und sogar schon ein Internet Café. Am nächsten Tag geht es weiter hinauf, teilweise durch tiefgrünen urwaldartigen Rhododenronwald. Immer wieder eröffnen sich tolle Blicke in die tiefe Schlucht des Marsyandi, dessen Rauschen uns lange begleitet. Schwindelfreiheit ist gefragt, denn jeden Tag überqueren wir mehrmals den Fluss auf zwar sehr modernen und stabilen, aber doch schwankenden Hängebrücken. Zum Glück müssen wir weder viel Trinkwasser noch Verpflegung im Rucksack tragen, denn entlang der Route gibt es immer wieder gemütliche Lodges und Lunch-Plätze, an denen man sich mit Nudelsuppe, Keksen und Getränken stärken und eindecken kann.

Panoramaweg und Zauberwald

Allmählich verändert sich die Vegetation - die Gewächse werden niedriger, die Gipfel höher. In Pisang wehen bunte Gebetsfahnen im Wind, buddhistische Schreine säumen den Weg. Wir steigen nachmittags hinauf zum kleinen Kloster:
Gegenüber erhebt sich majestätisch die Annapurna! Immer weiter wird das Tal, wir folgen einem Panoramaweg. An diesem Tag schneit es ununterbrochen. Doch beim Abstieg fühlen wir uns wie im Zauberwald. Lockerer Schnee liegt auf den Nadelbäumen und dämpft die Schritte, so dass wir wie auf Watte gehen. Wie schön ist es an diesem kalten Tag, in der German Bakery in Braga einzukehren und einen frischen Apple Pie zu genießen - so guten Kuchen bekommt man sonst nur zuhause bei Mama!

Manang

Noch einmal hinaus in die Kälte. Doch die letzte Etappe ist kurz: Nach rund 45 Minuten erreichen wir Manang. Der nette kleine Ort bietet alles, was das Trekkerherz begehrt: vom Mars-Riegel über Trekkingbekleidung bis zu Postkarten und einem Telefonladen. Auch das deutsche Handy geht hier. Meine Mitreisenden schicken SMS nach Hause und telefonieren sogar kurz mit der Familie. Am nächsten Tag bei einer Panorama-Wanderung stehen wir vor Annapurna und Gangapurna. Obwohl wir schon auf knapp 4.000 m sind, überragen uns die Massive um fast das Doppelte. Die Eismassen sind gigantisch, die Schneefahnen an den Gipfeln lassen vermuten, dass es nicht besonders gemütlich ist dort oben. In den nächsten Tagen wird die Landschaft immer karger. Wir treffen auf kleine Yakherden. Die zähen Tiere sind wichtig als Tragetiere. Immer wieder begegnen uns Karawanen mit schwer bepackten Mulis oder Yaks. Sie kommen aus dem Kali Gandaki-Tal oder aus Mustang.

Der große Pass

Unsere letzte Nacht vor dem großen Pass! Um drei Uhr früh klopft es an der Tür. Aufstehen und packen - ein schnelles Frühstück. Die Nudelsuppe zu so früher Stunde ist nicht jedermanns Sache, es gibt auch Toast. Die Stirnlampen funkeln, wir steigen steil, aber in gleichmäßigen Serpentinen an. Am Himmel steht die Mondsichel, die Sterne leuchten wie Glitzersteine, der Schnee reflektiert das Licht. Hinter den Gipfeln zeigt sich zaghaft ein erster heller Streifen.
Eine kurze Rast in einer Teestube auf halbem Weg zum Pass: Gestärkt vom würzigen Masala Chai, dem starken schwarzen Tee, der mit Gewürzen und Milch aufgekocht wird, steigen wir weiter bergan. Die steilste Etappe liegt hinter uns. Noch zwei Stunden. Gebetsfahnen und kleine Steinschreine tauchen auf. Wir sind am Thorong La auf 5.416 m! Großes Hallo, Glückwünsche und Umarmungen - auch Tränen rollen.
Der Himmel leuchtet in strahlendem Blau, die Schneefelder der hohen Gipfel um uns herum glitzern und die bunten Gebetsfahnen flattern!

Traumroute!

Beim Abstieg sehen wir in die weite, karge Ebene von Mustang. Am Horizont erhebt sich
der stattliche Dhaulagiri über dem Kali Gandaki-Tal. Mit weichen Knien erreichen wir Muktinath die berühmte Pilgerstätte. Hierher kommen Hindus wie auch Buddhisten, um sich an den 108 Hähnen mit Quellwasser von den Sünden zu reinigen. Wir bestellen eine Runde Gorkha Bier und stoßen auf unser erfolgreiches Trekking an. Dann heißt es Abschied nehmen. Meine Mitreisenden haben noch eine schöne Etappe hinunter bis Nayapul vor sich. Ich muss sie verlassen, um rechtzeitig zu den Hauser-Infotagen in Deutschland zu sein. Wir hatten eine wunderbare Zeit miteinander. Und ich kann aus tiefster Überzeugung sagen: Ja - die Annapurna-Umrundung ist immer noch eine der abwechslungsreichsten Routen Nepals und wie eh und je ein Trekking wert!

Nach oben

Aktuelles

Nachhaltigkeit weltweit!
Unser Umweltteam betreut eine Vielzahl an Projekten und arbeitet ständig an neuen Konzepten.
Mehr lesen…

 
Land
Schwierigkeit
Aktivität
Rückreise bis

   Touren zeigen