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Sahara zum Entdecken

ein Reisebericht von unserer Kundin Frau Renate Griebl die zum Jahreswechsel 2008/2009 mit uns in Marokko auf der Tour "Sahara zum Entdecken" war. 

Zum dritten Mal mit Hauser in Afrika, aber zum ersten Mal in Marokko.

Nur eine Woche Zeit über Neujahr, aber dennoch die Chance auf einen Urlaub, der in eine völlig andere Welt führt.

Anreise

Wie ich es bereits erlebt habe: Die Anreise in ein afrikanisches Land kann länger dauern als ein Flug um die halbe oder ganze Welt. Aber irgendwie gehört das dazu. Es macht einem klar, dass man in einem anderen Kulturkreis landet. Am Flughafen in Casablanca mustere ich bereits die anderen Menschen, die da einige Stunden warten. Wer wird mit in meiner Gruppe sein, mit wem werde ich durch die Wüste reiten? Für mich als Einzelreisende in einer Hauser-Gruppe ist das immer spannend. In Quarzazate löst sich diese Frage, als sich unsere Reisegruppe um Abdu, unseren einheimischen Reiseführer, sammelt. Alle schon etwas müde.

Ankommen

Für meine geistige Ankunft in Marokko und das Loslassen brauche ich einen ganzen Tag.
Am Morgen besuchen wir die Kasbha Taourirt.
Für solche Motive habe ich mir meine gute Kamera gekauft. Aber die kann vieles nicht erfassen! Die Kühle innerhalb der dicken Mauern, die Gerüche, die Sprache der Einheimischen. Berberdialekt oder Arabisch? Für mich klingt beides fremd.
Danach geht es durch das Draa-Tal, das sich mal schmäler zeigt, mal weiter öffnet. Ständig wieder neue Blickwinkel, Palmen, schroffe Felsen, kleine Wohnburgen, es tun sich immer wieder wunderschöne Bilder auf, an denen wir vorbeirauschen, immer weiter mit unserem kleinen Bus.
Zu Mittag essen wir das erste Mal aus einer Tajine. So eine wird mein Mann von mir als Mitbringsel bekommen! Römertopf auf Arabisch. Am Tisch ergeben sich interessante Gespräche. Vier Stunden später stehen wir auf den ersten Minidünen. Man sieht Dattelpalmen, manche kranken. Das Wasser wird weniger, wie Abdu uns erklärt.
Jetzt komme auch ich schön langsam an!
Mein Schlafsack braucht soviel Platz in meiner Tasche, wie alle Sachen, die Andreas - ein neuer Reisegefährte - insgesamt dabei hat. Aber ich habe es gerne warm!

Kamele

Am nächsten Morgen. Vor unserer Unterkunft herrscht reges Treiben, die Kamele sind da! Natürlich auch die Kamelführer. Jetzt werden die ersten Mitreisenden - und vielleicht auch ich - etwas unsicher. Das erste Mal auf einem Kamel. Die Tiere werden uns zugeteilt. Erst im Laufe der nächsten Tage merke ich, dass das durchaus durchdacht war.
Ich bekomme zusammen mit Christine ein eher wollig und breit aussehendes Kamel. Der Name klingt für mich wie "Buschfarah". Warum lachen die Kamelführer nur, wenn ich das so sage? Buschfarah ist eher lieb und träge. Das lerne ich zu schätzen, als ich Peters eher junges Kamel reite. Das mag mich wohl nicht und reagiert auch auf das “HUTSCH", das es hinknien lassen soll, eher bockig.
Im Nachhinein weiß ich, dass ich bei meiner nächsten Kameltour tatsächlich die empfohlene Fahrradhose einpacken werde!
Je nachdem wie gut das Kamel bepackt wurde, war man nämlich nach ein bis zwei Stunden Reitzeit ganz froh, wenn der Partner mal wieder drauf durfte. In unserer Reisegruppe ging das soweit, dass die Hälfte der Kamele oft leer lief. Für mich war das toll. Immer ein Kamel frei! So konnte ich den Sitzkomfort verschiedener Kamele testen.
Irgendwann durfte ich dann auch eine Gruppe von fünf Kamelen führen. Mann, fühlte ich mich stolz! Allerdings war da wirklich wenig dabei. Als arroganter Menschen fand ich die Kamele manchmal ausgesprochen dumm. Lässt man das Führungsseil los, oder löst sich ein Verbindungsseil, so bleiben alle Kamele einfach stehen. Na toll!
Über Kamele könnte ich noch viel mehr schreiben, aber lassen wir das lieber.

Sand und Dünen

Eine schöne Sache bei dieser Wüstentour war die Steigerung der Dünen - von Dünchen zu riesigen Dünenlandschaften. Am ersten Trekkingtag wurden die Dünchen etwas höher. Auf dem Kamel sitzend kam mir eine Düne von zwei Metern Höhe schon richtig stressig und steil vor. Am ersten Abend schliefen wir zwischen Fünf-Meter-Dünen, die die beiden anderen Grüppchen - wir waren nicht allein - von unserem Zeltplatz genial abschirmten. Die zweite Nacht, welch eine Steigerung, verbrachten wir in den Dünen von Bougarn. Eine Art Dünenberg oder -gebiet, das man zu den Seiten hin auslaufen sieht. In der Nacht fielen ein paar Tropfen Regen und die Spuren davon sahen wir noch, als wir am Morgen - wie bereits am Abend vorher - die Dünen hochliefen.

Regen in der Wüste

Am dritten Trekkingtag kam der Regen. Als ich erzählte, dass ich bei vier Wüstenreisen jetzt dreimal Regen erlebt habe, kam der Kommentar, dass es ja an mir liegen könnte.
Es regnete den ganzen Nachmittag und ich wusste nicht, was besser ist. Frierend auf einem Kamel zu sitzen oder mit fünf Zentimeter Schlamm an den Füßen laufen. Begeistert waren die Kameltreiber von unseren …Tex-Jacken, die keinen Regen durchlassen.
Wie näherten uns also durch wunderschönes Grün den Dünen von Chegaga.

Unsere Begleiter

Hier ein Lob auf Abdu und unsere Kameltreiber. Am Abend, es hatte zu regnen aufgehört, stiegen die meisten von uns auf die Düne, welch ein Sonnenuntergang!
Abdu und die anderen standen über den Feuern und versuchten unsere Schlafmatten trocken zu bekommen, die ja als Reitunterlage dienten und deshalb patschnass waren.
Unsere Begleitmannschaft bestand aus Berbern und Arabern, sie veräppelten sich gutmütig gegenseitig. Jeden Abend saßen sie am Feuer zusammen. An diesem Regenabend buken sie für uns das typische Sandbrot der Wüste. Außer der unglaublichen Schönheit und Ruhe der Wüste sind es auch diese Menschen, die mich immer wieder nach Nordafrika ziehen. Leider war die Verständigung nicht so leicht. Auch wenn mir Abdu ihre Späße und Witz übersetzte.

Nebel

Am letzten Trekkingtag bestieg die ganze Gruppe die Dünen von Chegaga … bei Nebel. Ein seltener und schöner Anblick. Der Nebel hielt noch ein paar Stunden. Der letzte Trekkingtag, dessen war ich mir überdeutlich bewusst. Beim Kamelreiten kann man träumen und abschalten wie sonst selten. Oder sich mit den Mitreisenden unterhalten. Oder dem Kamelführer zuschauen. Sein Gehen schaut langsam aus, aber wenn man selber den Kamelen hinterherläuft, empfindet man es als deutlich schneller.

Resümee

Ich könnte noch Stunden schreiben: über das Wasser am Djebel Bani, das abgerissene Seil am Brunnen, das Ksar Ait Benhaddou, die vielen am Himmel gefunden Sternbilder und die interessanten Menschen. Oder dass ich gerne noch ein paar Tage in Marrakech angehängt hätte.
Mein Resümee:
Wunderbar für einen Wüstenneuling - oder auch für einen Wüstenaltling mit nur einer Woche Zeit.

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