Tashi Delek - Tibetische Impressionen
Flug über den Himalaya
Bereits zu Beginn der Reise ist der Flug von Kathmandu nach Lhasa einer von vielen Höhepunkten. Ich bin hin und weg - die Maschine fliegt über die Himalayakette - auf der linken Seite Blick auf den Mt. Everest, Makalu, Lhotse, rechts grüßen Kangchenjunga und die Berge Bhutans. Der unter uns liegende türkisfarbene Yamdrok-See nimmt die Gestalt eines riesigen Skorpions mit zahlreichen Fangarmen an. Nach 1 ¼ Stunden Flugzeit - besser gesagt Faszination - landen wir sicher in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, wo wir von unserer tibetischen Führerin Lhamo empfangen werden.
Vom Yarlung-Tal nach Lhasa
Samye, dem ältesten Kloster Tibets gilt unser erster Besuch. Per Boot überqueren wir den Tsangpo. Durch die vielen Versandungen des Flusses muss der Bootsführer das Boot kreuz und quer steuern. Versteckt in einem Wäldchen befinden sich der Haupttempel sowie mehrere kleine Tempel und Kapellen.
Wir verlassen das fruchtbare Yarlung-Tal.
Eine mehrspurige Boulevard-Pracht-Straße führt nach Lhasa hinein. Neu gebaute Brücken, der sterile Bahnhof der Tibet-Bahn, Geschäftshäuser mit chinesischen Fassaden - wie mag es wohl früher hier ausgesehen haben? Dies ist die depremierende Seite Tibets, die man nicht leugnen kann. Wir widmen uns drei Tage lang den Heiligtümern Lhasas.
Besten Fotoblick auf den Potala gibt es von der Meditationsstätte Palha Lupuk.
Über steile Treppen gelangen wir zu einigen Räumen des ehemaligen Sitzes des Dalai Lama. Den Sommer verbrachte er dagegen in Norbulingka, einer weitläufigen, freundlichen Anlage, dem “Juwelenpalast". Die debattierenden Mönche im Kloster Sera, das idyllische Kloster Drepung an einem Berghang und der Jokhang, heiligster Tempel, runden das Besichtigungsprogramm ab.
Auf Fahrt entlang des Friendship Highway
Die weite, aride Landschaft, die fruchtbaren Felder am Kyichu Fluss, die mächtigen Berge und dann - wir staunen! - Sanddünen wie in der Sahara prägen die Fahrt nach Gyantse. Welch ein Glück - wir erleben das Saga Dawa Fest im Palkor Tschöde. Zahlreiche Pilger umrunden die Klosteranlage mit dem Kumbum, der einzigen begehbaren Stupa. Mit dem Besuch von Tashilunpo in Shigatse, einem der wichtigsten Gelbmützenklöster, beenden wir den kulturellen Teil der Reise. Auf dem Pfad rund um das Kloster, der sogenannten Kora, genießen wir nochmals die Aussicht auf den großen Klosterkomplex und die gesamte Stadt.
Über hohe Pässe durch die unendlich wirkende Weite Tibets zum Everest Basecamp
Die Landschaft überwältigt uns. An den Pässen Tsuo-La (4.500 m) und Lakpa La (5.200 m) bringen wir bunte Fähnchen an. Vom Pang-La (5.150 m) aus bestaunen wir die Szenerie von sechs Achttausendern, vom Kantsch über Everest bis zum Manaslu. Das Wetter ist durchgehend gut; außer der obligatorischen “Fotowolke" nur blauer Himmel mit Sonnenschein.
So haben wir auch vom Everest Basecamp,
welches wir mit Pferdekarren erreichen, den freien Blick auf die imposante Nordseite des Mt. Everest. Nach unruhiger Nacht im Rongbuk-Kloster (kein Wunder: wir schlafen auf 5.000 m Höhe) genießen wir die Fahrt auf der Sandpiste durch das tibetische Hochland vorbei am Cho Oyu. Die Weite der großartigen Landschaft erzeugt in mir eine innere Zufriedenheit und ich versuche alles aufzusaugen und irgendwie zu “speichern".
Gute Nerven und Abschiedsessen in Kathmandu
Auf der einen Seite befindet sich der Berghang, auf der anderen Seite die tiefe Schlucht. Von der 5.000 m hohen Hochfläche Tibets fahren wir hinunter in den subtropischen Bergwald des Süd-Himalaya. Aufgrund von Straßenarbeiten müssen wir nachts im Kolonnenverkehr fahren. Es ist unglaublich, wie die Fahrer der chinesischen Trucks die Schwierigkeiten der Strecke bewältigen.
Über die Freundschaftsbrücke erreichen wir zu Fuß die Grenzstation Nepals und werden von dem nepalesischen Guide herzlich begrüßt.
Zum Abschluss der Reise genießen wir das Hotel Dwarikas und lassen uns mit dem mehrgängigen Krishnarpan Dinner kulinarisch verwöhnen. Für mich ist es das schönste Hotel Kathmandus, es gleicht einem Museum, und die Einrichtung ist komplett im nepalesischen Stil gehalten. Ein friedlicher Ort, um Abschied vom Himalaya zu nehmen, mit der Sehnsucht bald wieder zu kommen.
Der Reisebericht
ist von unserer Mitarbeiterin Gabi Mayr aus dem Asien-Team.
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