Môt, Hai, Ba, Yo!
rufen alle gemeinsam, bevor wir den Reisschnaps unseres Gastgebers trinken. Der erste Kulturschock, der bei Ankunft in Hanoi auftrat, ist nach einem wunderschönen Wandertag und einem leckeren Essen verdaut und längst vergessen. Immer mal wieder steht jemand mit einem lauten Stöhnen vom Boden auf und streckt seine Beine aus. - Das Essen mit den Stäbchen ist eigentlich keine Herausforderung mehr für uns, das Sitzen auf dem Boden ist jedoch für unsere europäischen Knochen und Gelenke nur begrenzt möglich. Aber wir haben ja an den fünf Wandertagen genügend Möglichkeiten, unsere Beine zu strecken. Die Nächte in den traditionellen Pfahlbauten sind gemütlich jedoch auch relativ schnell vorbei. Die vietnamesischen Hähne scheinen einen anderen Rhythmus zu haben als unsere. Teilweise geht der “Alarm" schon um drei Uhr los und eine Schlummerfunktion gibt es nicht … oder wir haben sie nicht entdeckt. Relativ früh sind wir also auf den Beinen; unterwegs durch grüne Bambuswälder, Flüsse überkreuzend, an Teebäumen und Reisfeldern vorbei und immer wieder führt unser Weg durch kleine Siedlungen, in denen wir mindestens so stark bewundert werden, wie wir die Einwohner in ihren schönen Trachten bewundern. Am letzten Wandertag macht der ein oder andere sich Sorgen: Wie werden wir nach diesen entspannten Tagen in der Natur das Verkehrschaos und den Lärm in Hanoi ertragen?! Aber dann merken wir doch - nach einer Busfahrt auf abenteuerlichen Straßen von einem Markt zum nächsten und der Fahrt mit dem Nachtzug - dass wir uns an den vietnamesischen Fahrstil gewöhnt haben. Über die Straße zu gehen löst keinen erhöhten Adrenalinausstoß mehr aus, wenn aus allen Richtungen Mopeds hupend auf einen zukommen. Und auch die Ohren sind unempfindlich geworden. Das ist auch sehr wichtig, denn nach der Besichtigung verschiedener Tempelanlagen, unter anderem des Literaturtempels, werden wir in einer Fahrrad-Rikscha durch die Altstadt gefahren. Was man alles auf einem Moped oder Fahrrad transportieren kann, überrascht uns nach wie vor und löst meistens ein Lächeln und den Knopf der Digitalkamera aus. Zwölf Kästen Bier, geschätzte 2000 Eier, fünf quiekende Ferkel oder mehrere hundert Tüten mit Wasser und den verschiedensten Fischarten waren nur einige Highlights, deren Transport wir beobachten dürfen. Die letzten zwei Tage geht es nochmal aus Hanoi raus und wir schippern gemütlich auf einem rustikalen Holzboot um die Felsen der Halong Bay. Zurück in Hanoi gehen wir in das Wasserpuppentheater und danach ein letztes Mal in diesem Urlaub sehr gut Essen. Zusammenfassend ist Vietnam ein wunderschönes Land zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und Tradition, mit sehr freundlichen Menschen, die einen immer willkommen heißen. Die kulinarische Vielfalt ist ein weiterer Grund, warum man Vietnam besuchen sollte.
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