Besuch der “Bambusschulen“ im Norden von Laos
Bericht von unserer Reiseleiterin Ina Mayer November 2009
Am Nam Ou
Die großen Flüsse Asiens kennt jeder: Brahmaputra, Mekong, Jangtsekiang. Aber wer kennt den Nam Ou?
Für die Menschen im Norden von Laos ist er die Hauptverkehrsader, denn Straßen gibt es in dem hügeligen Gelände nicht. Mehr als 400 km schlängelt sich der Nam Ou durch die Karstberge. Kleine Linienboote fahren bis zu seiner Mündung in den Mekong und weiter nach Luang Prabang. Der Wasserstand schwankt stark, die Siedlungen liegen alle etwas oberhalb des Flusses. Vom Boot aus sieht man nur Grün, eine unberührte Natur mit Primärwald und riesigem Bambus. Bambus in vielen Variationen ist das Material, aus dem alle Gegenstände des täglichen Lebens gefertigt werden, sogar Kochgeschirr und Wasserleitungen.
Die Bambusschulen
Was lag näher, als die von deutschen Unterstützern gebauten Schulen “Bambusschulen" zu nennen? Hier lernen die Kinder der Hmong und Khmu zuerst mal die laotische Sprache. In Hatsa, am breiten Ufer des Nam Ou, befindet sich die größte Bambusschule mit vier Klassenzimmern. Da für die meisten der sehr lernbegierigen Kinder der tägliche Schulweg zu weit ist, wurde 2009 ein Boarding House (Schlafhaus) eingeweiht. Ihre Mahlzeiten aus von zu Hause mitgebrachtem Reis kochen die Schüler selbst in kleinen Küchenhäusern aus Bambus.
Auf einem beschwerlichen steilen Pfad erreichten wir das vier Stunden entfernte Dorf Ban Houay Lor, in dem rund hundert Hmong-Familien leben. Sie haben mit Hilfe ihrer Förderer einige kleine Bambusbungalows für Übernachtungsgäste gebaut. Selten, nur in der trockenen Jahreszeit, kommen Gäste, die von dem Hmong mit Wasser, Essen und Bettzeug versorgt werden. Auf beiden Seiten ist die Neugier und Freude an der Begegnung groß. Abends erleben wir eine stimmungsvolle Darbietung einer seltenen Unterhaltungsform: Pfeifen auf einem Blatt.
Auch die beiden weiteren Dörfer auf unserem Rundweg hinunter zum Fluss sind in das Konzept des sanften Tourismus eingebunden. Wir beobachteten die mühsame Arbeit der Bauern, bewunderten die Kraft der Frauen beim Reisstampfen und bestaunten die große Zahl von scheuen Kindern. Ein Schulbesuch ist für die Kinder der Schlüssel zum Verstehen der Welt außerhalb ihres Dorfes und für ihre Zukunft äußerst wichtig.
Unsere Gruppe spendete den Rest der Trinkgeldkasse in Höhe von 115 Euro an den engagierten Verein “Die Bambusschule e.V." und möchte dies zur Nachahmung empfehlen.
Kontakt
Die Bambusschule e.V. - Helfen in Laos
Sparkasse Osnabrück
BLZ 265 501 05
Konto-Nr. 152 401 3271
www.die-bambusschule.de
Aktuelles
Die Bambusschulen
besuchen wir während unserer Laos - Vietnam Reise.
