Katalog- und Medienbestellung

Katalog-Deckblatt

• Katalog 2012

• Hauser Mitteilungen

• MTB, Gipfeltreffen

• Marokko, Namibia

• Hauser Newsletter

Garhwal - Trekking zum Thron der Götter

Gabi Mayr, Mitarbeitern der Asien-Abteilung, war zum fünften Mal im Himalaya und kam zum fünften Mal begeistert zurück. 

Sitzfleisch und Hitzebeständigkeit

… sind gefragt für die 2 ½-tägige Anreise nach Gangotri. Busse, Autos, Trucks, Tausende von Menschen zu Fuß, per Rad, mit Ochsenkarren und dazwischen die heiligen Kühe. Incredible India! Der Werbeslogan passt. Dies alles bei etwa 40 Grad in der heißen Tiefebene zwischen Delhi und Rishikesh. Ab hier windet sich die Straße in unzähligen Kehren durch die Vorgebirgslandschaft des Bundesstaates Uttarkhand. Die Tiefblicke sind atemberaubend, aber nichts für schwache Nerven. Mein Rat in diesem Fall: Vorhang schließen!

Heilige Städte Rishikesh und Haridwar

Haridwar wird als Tor zum Garhwal bezeichnet, da hier der Ganges aus dem Gebirge her fließend die Tiefebene erreicht. Zahlreiche Ghats, so werden die Badestellen bezeichnet, bestimmen das Ortsbild. Wichtigster Tempel ist Hari-ki-Pauri, der einen Fußabdruck Vishnus enthalten soll. In Rishikesh lassen wir uns am Abend per Boot über den Ganges rudern und erleben das Arati, eine Andacht der Gläubigen. Nach meditativen Gesängen werden Blumengestecke mit brennenden Kerzen auf das Wasser gelegt zur Huldigung der Mutter Ganga. Eine bewegende Zeremonie!

Pilgerströme

Wir trauen unseren Augen nicht: Traffic Jam vor Gangotri. Pilgerströme bewegen sich nach Gangotri, um den Tempel zu besuchen und um ein Bad im heiligen Fluss Ganges zu nehmen. Auch ich tauche - als Frau mit allen Klamotten - nach anfänglichem Zögern unter. Dem Angebot, durch das Bad von allen Sünden in der Vergangenheit erlöst zu werden, kann man schließlich nicht widerstehen! Ich genieße es an den Ghats zu sitzen und den Pilgern zuzuschauen, wie sie baden, die Puja zelebrieren und andächtig die Hände falten in Richtung Gangesquelle. Viele Inder haben sich jahrelang auf ihre Pilgerreise vorbereitet und die Strapazen einer tagelangen Anreise aus Kalkutta oder aus Südindien auf sich genommen. In ihre Gesichter zu blicken, in denen sich tiefer Glauben spiegelt, ist faszinierend.

Gaumukh - Kuhmaul

… so nennt sich die Stelle, an welcher der Bhagirathi dem mächtigen Gangotri-Gletscher entspringt. Noch heißt der Fluss Bhagirathi, dennoch bezeichnen ihn viele schon ab der Quelle als Ganges oder Mutter Ganga. Sadhus, die heiligen Männer in ihren orangefarbenen Gewändern, haben sich an der Quelle niedergelassen und meditieren. Hier endet der mit Kilometersteinen markierte Pilgerweg, der problemlos zu begehen ist. Für uns folgt nun der anstregendste Teil des Trekkings. Über loses Gestein, Moränenschutt und einen steilen Pfad inklusiv Querung eines Wasserfalles steigen wir hinauf zur Tapovan-Wiese auf 4.250 m Höhe. Geschafft - dies war die Schlüsselstelle!

Tapovan-Wiese - Basislager für Shivling-Expeditionen

Drei Nächte verbringen wir auf der Tapovan-Wiese. Erst Sturm - dann Schneefall. Über Nacht wurde aus der grünen Wiese ein Schneefeld. Als sich die Wolken lichten, steht er da: der Shivling (6.543 m), einer der formschönsten Berge der Welt und Götterthron Shivas. Ihm gegenüber thronen Bhagirathi I, II und III. Nach kalter Nacht ziehen wir unsere Spuren durch den Schnee und wandern entlang des Gangotri-Gletschers bis an den Rand des Kirt-Gletschers. 30 Grad Neigung und hoch zur schmalen Moräne heißt es am anderen Tag. Dieser folgen wir auf einer Länge von vier bis fünf Kilometern bis zum Meru-Gletscher. Was Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wirklich bedeuten, ist uns hinterher auch klar! Mt. Meru, Zentrum des Universums, schließt das Tal mit all seiner Pracht ab.

Unsere Mannschaft, das Herzstück der gesamten Reise

Wer sorgt dafür, dass wir die Zeit inmitten der imposanten Gipfelszenerie so unbeschwert genießen können? Unsere Köche aus Nepal, die local guides aus dem Garhwal, die Helfer aus dem Zanskar und nicht zuletzt 30 (!) Träger, die Zelte, Kocher, Küchenausrüstung und unser Hauptgepäck tragen. Ein Tross wie für eine Expedition! Wo zaubert unser Koch nur jeden Abend die Nudeln, die verschiedenen Gemüse, den Reis, die Chapati, das Dessert und sogar den Geburtstagskuchen für Kurt her? Unglaublich wie er dies unter einfachsten Bedingungen und stets mit einem Lächeln in seinem Gesicht schafft! Nicht zu vergessen auch unsere Fahrer aus Rajasthan, die bei keinem Ausweichmanöver aus der Ruhe zu bringen sind!

Alles ist im Fluss

Dieses Zitat geht mir oft durch den Kopf, wenn ich an verschiedenen Stellen dem Ganges zuschaue, wie er sich seinen Weg vom Himalaya bis in die Tiefebene sucht. Loslassen, nicht krampfhaft an etwas festhalten, Dinge, die nicht zu ändern sind zu akzeptieren wie sie sind. Ein gewisser Zauber an Spiritualität bleibt auch nach dieser Reise hängen. Noch viel mehr jedoch bleibt die Fröhlichkeit und Zufriedenheit sowie die Toleranz der im hinduistischen Glauben lebenden Garhwal-Bewohner in meinem Gedächtnis. Namaste!

Nach oben

Aktuelles

Reisebericht

Erfahren Sie mehr über unsere Tour Garhwal - Trekking zum Thron der Götter.

 
Land
Schwierigkeit
Aktivität
Rückreise bis

   Touren zeigen