Namibia - Flugsafari Skelettküste
Eine Reise durch Raum und Zeit mit einem der legendären Schoeman-Brüder
Die Schoemans
Der Name Schoeman und die Skeleton Coast sind - nicht nur für mich - untrennbar miteinander verbunden. Seit Jahren bereise ich Namibia mit immer weiter wachsender Begeisterung. Die Skelettküste stand schon lange auf meiner Wunschliste. Jedes Mal, wenn ich mich über die Region informierte, stolperte ich über den Namen Schoeman. Wer steckt hinter diesem Namen? Louw Schoeman war ein Anwalt, der die Natur liebte und ganz besonders die Region der Skelettküste. So war er einer der Befürworter, die für Menschen so unwirtlichen Küsten zum Skeleton Coast National Park zu erklären, was 1971 endlich geschah. Er gründete daraufhin das Unternehmen Skeleton Coast Safaris, das heute von seinen vier Söhnen geführt wird.
Der Name Schoeman und die Skeleton Coast sind - nicht nur für mich - untrennbar miteinander verbunden. Seit Jahren bereise ich Namibia mit immer weiter wachsender Begeisterung. Die Skelettküste stand schon lange auf meiner Wunschliste. Jedes Mal, wenn ich mich über die Region informierte, stolperte ich über den Namen Schoeman. Wer steckt hinter diesem Namen? Louw Schoeman war ein Anwalt, der die Natur liebte und ganz besonders die Region der Skelettküste. So war er einer der Befürworter, die für Menschen so unwirtlichen Küsten zum Skeleton Coast National Park zu erklären, was 1971 endlich geschah. Er gründete daraufhin das Unternehmen Skeleton Coast Safaris, das heute von seinen vier Söhnen geführt wird.
Die Mitreisenden
Jedenfalls stand ich aufgeregt an einem strahlenden namibischen Morgen um 10 Uhr am Flughafen Eros. Ebenso neugierig und abreisebereit fand ich zwei meiner Mitreisenden, ein extrem charmantes Pärchen aus der Nähe von London, in der Abflughalle. Als uns ruhigen Schrittes unser Pilot und Guide in Person von Bertus Schoemann entgegenkam, wären wir am liebsten sofort gestartet. Aber auch hier müssen das Gepäck geprüft und die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.
Außerdem fehlte noch ein Reisegast. So hatten wir Zeit, uns anzufreunden. Und Bertus erklärte anhand einer Landkarte, was uns die nächsten Tage erwarten würde.
Abflug in der Cessna
Da gesellte sich ein Herr aus England zu uns. Jetzt konnten wir in der kleinen, einmotorigen Cessna 210 losfliegen. Erst über Windhoek, dann über die nahen Berge und weiter Richtung Wüste und Dünen. Die Flugroute führte über den Gamsberg mit seinem eigentlich sehr großen, von uns aber nicht zu erspähenden Teleskop des Max-Planck-Instituts. Wir sahen in die Tiefen des Kuiseb Canyon, der nach den späten Regenfällen wunderbar grün zu uns heraufleuchtete und einen schönen Kontrast zu den roten Dünen bildete, die den Beginn des Namib Naukluft Parks markieren. Vor lauter Gucken und Begeisterung, diese einsame Landschaft entspannt und als Ganzes aus der Höhe zu sehen, waren wir fast überrascht, das erste Wrack zu erblicken. Die Eduard Bohlen liegt bereits seit 1909 vor der Küste und ist im wahrsten Sinne nur noch das Skelett eines Schiffes. Weiter hoch an der Küste erschienen Shaunee (1976) und das jüngere Mitglied Elly (1993) vor unseren Fenstern. Wir flogen bereits ganz tief und hatten das Gefühl, dass die Flügel fast den Sand berühren.
Erste Eindrücke
Swakopmund erschien vor uns - wie es sich gehört - leicht in Nebel gehüllt. Ein kurzes Picknick beim Tankstopp und schon ging es weiter Richtung Norden die Küste hoch und über Henties Bay zum Cape Cross. Die hier ansässigen Robben waren nicht die einzigen Tiere, die wir erspähten: Delphine und Haie tummelten sich im Wasser und ein paar Wochen später kommt der ein oder andere Wal dazu. Aber auch die Landschaft wirkt lebendig: Farbschattierungen bescheren der Küste die Salzabbauten, die sich weiß und rot von sandfarbenen Dünen abheben, rosarote Flamingos ziehen ihre Kreise und kleinere Lagunen geben mit Türkis- und Grüntönen an.
In einer anderen Welt
Ein kleiner Strandspaziergang bescherte uns nicht nur Bewegung, ein Schiffswrack sowie Kaffee- und Kuchen, sondern ließ uns ahnen, dass Bertus mehr zu erzählen hat, als ein paar Jahrzehnte Skelettküstenpark vermuten ließen. Ein kleiner Kurs in Geologie gespickt mit ebenso erheiternden wie anschaulichen Beispielen war nur der Einstieg in die Erdgeschichte. Der Weiterflug über die Ugab-Formationen bot die perfekte Ergänzung. Auch der Naturwissenschaft gegenüber resistente Menschen - wie normalerweise ich - mussten kapitulieren. Geologie, Geografie, Astronomie, Biologie und vieles mehr in dieser Landschaft präsentiert zu bekommen, regt auch naturwissenschaftliche Banausen zu vielen, neugierigen Fragen an. Wir erreichten Kuidas, unser erstes Camp am Rand der Ugab-Formationen und waren uns nicht mehr sicher, ob wir nur ein paar Kilometer Küste hochgeflogen waren. Oder waren wir irgendwo falsch abgebogen und auf dem Mars gelandet? Könnte dies der Mond sein? Gewundert hätte es mich nicht, in Anbetracht der eigentümlichen Berge um mich herum. Aber dazu sollten wir tags darauf noch Genaueres erfahren. Erstmal ging es ins Camp, diese Fülle an Bildern und Informationen machte hungrig und durstig. Alles war schon vorbereitet: Liebevoll hatte das Team um Jansen schon für Getränke gesorgt und Stühle für uns aufgestellt. Wer wollte, konnte erstmal eine warme Dusche nehmen und sein Zelt beziehen. Aber irgendwie wichen wir nicht von Bertus Seite. Wir hatten zwar Durst, aber wir hatten auch noch viele Fragen, die er uns - vom kleinsten Stein, unscheinbarsten Vogel bis hin zu den Sternen - ruhig und geduldig beantwortete. Haben Sie schon Saturn gesehen? Mit seinem Ring außen herum? Oder versucht zu zählen, wie viele Sterne sich tatsächlich in Orions Schatzkästchen sammeln?
Lektionen in Erdgeschichte
Kurz wurden noch die Risiken, die nachts auftauchen konnten, geklärt: Eine Toilette gab es im Zelt und für Moskitos war es schon zu kalt. Wer sich vom Sternenhimmel nicht verabschieden konnte, durfte sein Bett nach draußen vor das Zelt bringen lassen und weiter den Himmel absuchen. Aber bei Vollmond war es für mich draußen zu hell zum Schlafen! Wecken war nicht notwendig: Unsere kleine Vierertruppe war bereits vor dem Sieben-Uhr-Weckruf auf den Beinen. Kein Wunder in dieser Landschaft, die nicht von dieser Welt zu stammen schien. Kaffee und Tee standen schon ab sechs Uhr bereit. Die ersten Fotos waren gemacht, der wunderbare Anblick der Ugab-Formationen schon bewundert. Bertus ließ uns den Tag ruhig beginnen. Im Landrover fuhren wir hinein in die Welt der rot-braun-schwarz schimmernden Gesteinsformationen. Es gab viel zu hören: über den Gondwana-Kontinent, Plattentektonik, die Weltwitschia, die Vögel, die Wüstenpolitur, die Farben und warum und wann sich Tiere in diese Wüstenwelt “verirren".
25 Meilen waren wir vom Meer entfernt. Nachts hatte uns noch der Nebel erwischt, zum Schlafen war es also angenehm kühl.
Die Brummdünen
Tagsüber wieder strahlend blauer Himmel - ein guter Grund weiterzufliegen. Über die Schiffwracks Montorse II und Henrietta, über kilometerlangen einsamen Strand, über harmonische Dünen, über den Skeleton Coast Park - und das Ganze natürlich im Tiefflug. So hatte ich mir die Skeleton Coast erträumt. Aber sie ist viel mehr.
Wir landeten, um die Brummdünen zu erleben. Was war das für eine Geschichte! Bertus wollte uns das Geheimnis der “Roaring Dunes" nicht preisgeben. Aber als wir dann alle auf unseren Hosenböden die Dünen runterrutschten und nicht genug davon bekommen konnten, hätten wir am liebsten den Tag hier verbracht. Wer hätte gedacht, dass so ein Ton entstehen kann? Tief wie eine Tuba, aber laut wie hundert von ihnen. Das mussten wir mehrmals ausprobieren. Also wieder hoch und wieder runter und noch einmal. Unser gefühltes Alter sank auf vier Jahre und älter wollte zu dem Zeitpunkt auch keiner von uns sein.
Im Leylands Camp
Über Purros - wo wir hofften Elefanten zu finden - flogen wir zu unserem Camp “Leylands", direkt am Abhang mit wunderschönem Blick auf den Hoarusib-Fluss. Theoretisch hätten nun die so genannten Wüstenelefanten entlangkommen können. Doch überall stand noch Wasser. Von einem seiner Brüder hatte Bertus gehört, dass die Elefanten sich unten bei Purros vergnügten. Also warteten wir einen Tag. Das Camp war viel komfortabler als das letzte, die Zelte viel größer, ebenso die Terrassen zum Abendessen, Sternegucken und Plaudern. Ein bisschen vermissten wir aber die “kuschelige" Kleinheit unseres ersten Camps, das vor allem meine englischsprachigen Mitreisenden an ihre Jugend und diverse “Boy Scout Trips" erinnert hatte.
Auf der Suche nach den Wüstenelefanten
Das Essen war wie immer sehr lecker, der Wein ebenso. Und wieder der endlos scheinende Sternenhimmel, den manche auch direkt aus ihrer Dusche heraus bewunderten. Am nächsten Morgen suchten wir die Elefanten erst einmal aus der Luft. Wir hatten Glück. Also runter, in die Landrover und so nahe wie möglich ran an die Elefanten - herrlich. Man sagt, Elefanten können nicht lügen. Das kann ich nur bestätigen: die Körperhaltung, die Bewegungen, das Erheben des Rüssels, das Scharren mit den Beinen oder die extrem coole Haltung mit Rüssel über Stoßzahn sprachen Bände über die grauen Riesen. Am liebsten wären wir noch Stunden dort geblieben. Zumal wir uns sicher waren, dass einer der Elefantenbullen etwas im Schilde führte. Bertus erzählte später, dass er wohl noch ein Rendezvous mit einer Elefantendame hatte. Aber wir wollten ja noch ins Kaokoveld! Also wieder rein in unsere kleine, mittlerweile heiß geliebte Cessna. Wie viele Tage hätten wir auf schlechten Straßen verbringen müssen, um dies alles zu sehen!
Am Kunene
Weiter ging es Richtung Norden über die Mündung des Khumib Rivers bis hin zum Cape Frio und dann hinein ins Landesinnere bis ins Hartmanntal. Die lange 4 x 4-Strecke dorthin gilt als Geheimtipp für Namibiakenner, die Komfortverzicht nicht fürchten. Wir flogen ganz gemütlich ein, besuchten noch zwei Himba-Dörfer auf dem Weg zum Kunene und erfreuten uns wieder einmal an der Landschaft. Traumhafte Ausblicke auf den Kunene bis hinüber nach Angola. Wieder ein wunderschöner Abend, der mit den ersten Tropfen Abschiedsschmerz getränkt war. Ein Blick auf die Karte verdeutlichte, wo wir überall gewesen waren. Unvorstellbar, dass wir das alles in nur drei Tagen erlebt hatten.
Und am nächsten Tag noch die Bootsfahrt auf dem Kunene - ein halbes Rafting und ein ganzes Abenteuer! Erstmal halfen wir ein paar hier lebenden Frauen über den Fluss, dann mussten wir uns durch die Stromschnellen stromaufwärts kämpfen und wurden mit atemberaubenden Ausblicken auf den Kunene und die Basaltsäulen zu beiden Seiten des Flusses belohnt. Unsere letzte Lektion in Gesteinskunde stand bevor. Wir haben viel gelernt in diesen Tagen. - Natürlich haben wir in Angola nicht halt gemacht und auch keinen Fuß auf angolanischen Boden gesetzt. Natürlich haben wir auch nicht am Strand Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Trotzdem glaube ich sagen zu können, wir waren auch ein bisschen in Angola.
Am Kunene
Weiter ging es Richtung Norden über die Mündung des Khumib Rivers bis hin zum Cape Frio und dann hinein ins Landesinnere bis ins Hartmanntal. Die lange 4 x 4-Strecke dorthin gilt als Geheimtipp für Namibiakenner, die Komfortverzicht nicht fürchten. Wir flogen ganz gemütlich ein, besuchten noch zwei Himba-Dörfer auf dem Weg zum Kunene und erfreuten uns wieder einmal an der Landschaft. Traumhafte Ausblicke auf den Kunene bis hinüber nach Angola. Wieder ein wunderschöner Abend, der mit den ersten Tropfen Abschiedsschmerz getränkt war. Ein Blick auf die Karte verdeutlichte, wo wir überall gewesen waren. Unvorstellbar, dass wir das alles in nur drei Tagen erlebt hatten.
Und am nächsten Tag noch die Bootsfahrt auf dem Kunene - ein halbes Rafting und ein ganzes Abenteuer! Erstmal halfen wir ein paar hier lebenden Frauen über den Fluss, dann mussten wir uns durch die Stromschnellen stromaufwärts kämpfen und wurden mit atemberaubenden Ausblicken auf den Kunene und die Basaltsäulen zu beiden Seiten des Flusses belohnt. Unsere letzte Lektion in Gesteinskunde stand bevor. Wir haben viel gelernt in diesen Tagen. - Natürlich haben wir in Angola nicht halt gemacht und auch keinen Fuß auf angolanischen Boden gesetzt. Natürlich haben wir auch nicht am Strand Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Trotzdem glaube ich sagen zu können, wir waren auch ein bisschen in Angola.
Abschied über dem Brandberg
Auf dem Rückweg noch die Krokodile, die sich selbst im tiefsten Wasser nicht vor Bertus verstecken konnten. Nach einer Fahrt durch das Hartmanntal und einem längeren Flug über die Hartmannberge wurde es still in unserem kleinen Flieger. Jeder hing seinen Gedanken nach und sortierte die vielen Erlebnisse - aber zu früh: Eine ganze Herde Zebras zog unter uns vorbei, Wüstenelefanten und auch zwei Nashörner in der Nähe von Palmwag. Wer hätte sich das träumen lassen auf dem “Nur"-Rückflug. Ein kleines, letztes Picknick auf dem Flugzeugflügel, der erste Abschied - wir setzten einen Mitreisenden ab … doch Bertus ließ keine traurige Stimmung aufkommen. Ob wir noch Lust hätten, über den höchsten Berg Namibias zu fliegen? Ja klar. So versuchte ich, von oben auf dem gigantischen Brandberg sowohl die Weiße Dame als auch meine Aufstiegsroute von vor ein paar Jahren zu finden. Ob mit oder ohne Bergbegeisterung, der Brandberg war noch ein schönes Erlebnis zum Abschluss. Es wurde wieder still im Flugzeug. Am Schluss umarmten wir uns alle heftig, viel zu sagen gab es nicht mehr. Die Tage waren einfach überwältigend.
Dank an Bertus
Abschließend möchte ich noch sagen, dass Bertus sich immer rührend um uns gekümmert hat. Um die Ängstlichen der Nacht (Moskitos, Löwen, Kälte), die Wissbegierigen des Tages (wie heißt der komische grüne Vogel, wie entstand nochmal die Wüstenpolitur und wann ist es Basalt und wann Dolorit und was macht eigentlich ein schwarzer Storch hier?), um unsere Essenswünsche (Porridge zum Frühstück, frischgebackenes Vollkornbrot!, Pudding zum Nachtisch, die Schokolade zum Einschlafen), individuelle Wünsche (da aussteigen, vorne sitzen, hinten sitzen, hier länger bleiben und da noch ganz schnell hin), Besichtigungswünsche (wir wollen Elefanten sehen, Welwitschias, Krokodile). Bertus hat mir versichert, dass all seine Brüder genauso viel wissen wie er selbst, genauso spannend erzählen usw. usw. - und dennoch würde ich wieder nur mit ihm fliegen. Auch wenn ich weiß, dass er recht hat und eine Reise mit einem der Schoemans immer eine Reise durch Raum und Zeit ist - vielmehr als nur ein Flug an die Skelettküste … und der alleine wäre die Reise schon wert gewesen!
Autorin
Bericht von Cornelia Böhm, Hauser-Team Afrika. Sie nahm im Mai 2010 an einer viertägigen Fly-In-Safari teil. Die Safari ist ab sofort individuell oder als Verlängerung bei Hauser exkursionen buchbar.
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Unser Umweltteam betreut eine Vielzahl an Projekten und arbeitet ständig an neuen Konzepten.
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