Reisebericht: Familienreise Südafrika

Tiere, Tiere, Tiere - Südafrika mit Kindern entdecken

Ideale Fernreise für Familien 

Viele gute Gründe machen Südafrika zu einem idealen Einsteigerland für eine Fernreise mit Kindern. Keine Zeitverschiebung, Non-Stop Nachtflug, sehr gute Infrastruktur, die Straßenverhältnisse sind super, angenehmes Klima im südafrikanischen Winter, ideale Zeit zur Tierbeobachtung in den Nationalparks und zur Walbeobachtung an der Südküste. Wir sind schnell entschieden und unsere Kinder Nadja (9 Jahre) und Carolin (6 Jahre) freuen sich sehr.           Goldwaschen am Fluß   Der Nachtflug von Frankfurt nach Johannesburg geht unerwartet schnell vorüber. Einigermaßen ausgeruht übernehmen wir unseren Mietwagen und fahren nach Sandton im Norden von Johannesburg. Das "Landhaus", in dem wir übernachten, besteht aus liebevoll eingerichteten, komfortablen, afrikanischen Rundhütten. Wir werden sehr herzlich empfangen und erhalten die ausführlichen Reiseunterlagen mit Wegbeschreibungen und vielen Tipps. Auf dem großen Gelände können sich die Kinder erst einmal austoben und mit den Hunden spielen. Bald geht es auf dem gut ausgebautem Highway über Pretoria, Witbank und Lydenburg zum Long Tom Pass (2150 m). Kurz davor liegt die nächste Unterkunft, die "Misty Mountain Lodge", inmitten einer wunderbaren Landschaft. Nicht nur der Panoramablick ist traumhaft, sondern auch die vielen Freizeitmöglichkeiten. Der große Spielplatz ist schnell erobert, besonderer Hit sind im Boden eingelassene Trampolins. Am nächsten Morgen starten wir zur Panoramaroute. Wir sind überwältigt von rauschenden Wasserfällen und den Ausblicken in die Canyon-Landschaft des Blyde River. Mac Mac Falls, Berlin Falls, The Pinnacle, God´s Window, Bourke´s Luck Potholes und die drei Rondavels sind ein Muss. Besonders spaßig ist es, in der Landschaft der Potholes herum zu klettern. Gut kommt bei den Kindern auch der Abstecher in das historische Goldgräberstädtchen Pilgrims Rest an. Der Rundgang durch die Häuser mit den Einrichtungen aus der Jahrhundertwende ist spannend. Wohnhäuser, Druckerei, Autowerkstatt und ein Krämerladen machen die Vergangenheit erlebbar. Zum Schluss packt uns beim Goldwaschen am Fluss alle der Goldfiebervirus.

Krüger-Nationalpark    

Die nächste Etappe führt in den Krüger-Nationalpark. Drei Tage Tierbeobachtung stehen bevor. Ein Begeisterungsaufschrei der Kinder, als wir über die "Crocodile Bridge" zum Eingangstor des Parks fahren. Im Flussbett liegen überall Krokodile und sonnen sich, Reiher stehen gemütlich am Wasser und lassen sich nicht stören. Plötzlich schnappt ein Krokodil zu und es steht ein Reiher weniger am Ufer. Es passiert so schnell, dass es kaum zu glauben ist. Auf dem Weg zum Camp steigt die Spannung von Kilometer zu Kilometer. Eine Hyäne begleitet uns ein Stück, Impalas und Springböcke grasen rechts und links in der Steppe und sogar ein Elefant steht am Straßenrand und frisst sich durch das Buschwerk. Bei der Early-Morning-Safari am nächsten Tag starten wir im Dunkeln mit einem großen Geländefahrzeug. Die Kinder dürfen mit Scheinwerfern rechts und links das Gelände nach Tieren absuchen. Wir spüren Büffel, Rhinos, Zebras und Giraffen auf, krönender Abschluss ist eine Gruppe von Löwen auf Beutejagd, die unseren Weg kreuzt. Auch der Sonnenaufgang über der Steppe ist nicht minder beeindruckend. Mit dem eigenen PKW drehen wir später am Tag noch einige Pirschrunden und beobachten, wie sich in den frühen Abendstunden an einer Wasserstelle nach und nach eine Herde von über 20 Elefanten zum Trinken sammelt.
Die Tage verstreichen viel zu schnell, wir müssen weiter. Der Tierreichtum hat unsere Erwartungen übertroffen. Von den "Big Five" – also Löwe, Elefant, Büffel, Nashorn und Leopard – hat sich nur der Leopard vor uns versteckt. Als kleines Trostpflaster kaufen wir uns am Parkausgang hübsch geschnitzte Holztierchen.                        
                  

Königreich Swaziland   

Jetzt geht es in das Königreich Swaziland. Hier wollen wir das Mkhaya Camp besuchen. Der kleine Nationalpark dient insbesondere dem Schutz und der Erhöhung der Population von Nashörnern und Büffeln. Er kann nur wenige Besucher beherbergen, diese werden dafür aber umso individueller betreut. Das "Stone Camp", in dem wir wohnen, besteht aus kleinen Rundhäusern aus Natursteinen, rundherum offen. In den Betten mit Moskitoschutz können wir ungestört in freier Natur schlafen. Die Kinder fühlen sich jedenfalls wie bei „Fred Feuerstein". Es gibt keinen Strom, Licht spenden Öllampen und um den Weg zum Speiseplatz zu finden, sind Windlichter am Wegesrand aufgestellt. Wir speisen fürstlich bei Kerzenschein, die Impala-Fleischbällchen erfreuen sich besonderen Zuspruchs. Und nebenher lassen wir uns von afrikanischen Rhythmen und einer traditionellen Tanzvorführung verzaubern. Die Tiersafari ist anders als im Krügerpark. Hier fahren wir im Geländefahrzeug querfeldein und haben die vielen Tiere praktisch vor der Nase. Auge in Auge mit einem Nashorn und seinem Baby, Nilpferde oder inmitten einer Herde von Giraffen – der Fotoapparat steht kaum still.   
                                                   

Meer und Strand   

Nach diesen fantastischen Tiererlebnissen fahren wir weiter zur Küste. Kurz vor Durban, in Umshlanga, beziehen wir unser Appartement und ruhen uns ein paar Tage bei langen Strandspaziergängen aus. Die starke Brandung lockt viele Wellenreiter und Skite-Surfer. Langeweile kommt nie auf, auch wenn wir nicht schwimmen können. Ein absolutes "Muss" ist das "Shaka Aquarium" in Durban. Das Meeresaquarium ist einem alten Schiffswrack nachempfunden und beherbergt eine außerordentliche Artenvielfalt. Zudem gibt es ein gigantisches Haifischbecken, und ganz besonders spannend sind die Delphin- und die Robbenshows im Außenbereich.

Beginn der Gartenroute       

Ein kurzer Flug von Durban nach Port Elisabeth erspart 1200 km Autofahrt und bringt uns direkt auf die Gartenroute. Durch den Tsitsikamma-Nationalpark fahren wir nach Plettenberg Bay , einem idyllischen Urlaubsort am Meer. Hier steht die Robbenkolonie auf dem Programm. Ein wunderschöner Wanderweg führt durch unterschiedliche Vegetationszonen und abwechslungsreiches Gelände um die Halbinsel. Steilküsten mit Felsvorsprüngen, auf denen sich Hunderte von Robben sammeln, sorgen immer wieder für imposante Ausblicke. Mit etwas Glück kann man auch Delphine und Wale beobachten. Wir wandern durch Regenwald, über Sanddünen und müssen über Felsen entlang der Steilküste klettern, was Kindern wie Eltern viel Vergnügen bereitet.  Nächster Höhepunkt ist die Walbeobachtungstour in der Bucht von Plettenberg Bay. Bereits nach kurzer Bootsfahrt stoßen wir auf eine Gruppe von Walen. Immer wieder taucht an der Wasseroberfläche ein Walrücken auf. Leider wagt keiner einen Sprung, aber schließlich zeigt sich doch eine schöne Schwanzflosse über Wasser. Wir fahren auch an der Robbenkolonie vorbei und beobachten die Tiere diesmal vom Wasser aus. Leider müssen wir auch den "intensiven" Geruch ertragen – glücklicherweise kommt der nicht auf den Film.   
     

Straussenfarm   

Die nächste Etappe entlang der Garten Route verläuft über Knysna mit seiner schönen Hafenpromenade nach Wilderness. Unser Hotel liegt idyllisch an einem Flusslauf und bietet viele Möglichkeiten den Nationalpark zu erkunden. Die geschützte Seenlandschaft beherbergt jede Menge Fische und über 200 Vogelarten. Beim Wandern sehen wir unter anderem einen ca. 800 Jahre alten und 33 Meter hohen "Yellow Tree". Spannend für die Kinder ist ein Ausflug nach Oudtshoorn zu einer Straußenfarm. Bereits die rund einstündige Fahrt ist ein Erlebnis. Von der Küste geht es durch Waldstreifen über eine Bergkette und den Outeniqua-Pass auf eine große fruchtbare Ebene. Plötzlich stehen wir mitten in einer Schafherde, die zu einem anderen Weideplatz getrieben wird. Hier gehen die Uhren anders. Auf der Straußenfarm angekommen lernen wir einiges über Straußenzucht und den Reichtum, den die Straußenfedern den Siedlern gebracht haben. Ein Erlebnis der anderen Art ist ein kurzer Ritt auf einem kräftigen Vogelstrauß. Der nächste Tag gehört wieder der Küste, wir fahren nach Hermanus, ein Örtchen, das für die Möglichkeit zur Walbeobachtung bekannt ist. Leider haben wir einen Regentag erwischt. Aber macht nichts, so genießen wir das lokale Essen einschließlich Blick aufs Meer.

Kapstadt, Tafelberg und Pinguine            

Wir nähern uns Kapstadt. Bei traumhaftem Wetter fahren wir nach Simons Town auf der Kaphalbinsel, um den berühmten Südafrikanischen Pinguinen einen Besuch abzustatten. Unterwegs sehen wir von der Straße aus immer wieder Wale in Küstennähe. Vielleicht die Entschädigung für den gestrigen Tag? Ulkig wie die Pinguine mit den Wellen spielen, scheinbar hier und da ein Schwätzchen halten und am Strand entlang watscheln. Am Kap der guten Hoffnung angekommen, genießen wir vom alten Leuchtturm einen gigantischen Ausblick auf das wilde, raue Meer. Den letzten Tag der Reise verbringen wir auf dem Tafelberg. Kein Wölkchen am Himmel! Wir nutzen die schönen Wanderwege auf dem Plateau und die Kinder haben wieder viel Spaß beim Kraxeln. Der Blick auf Kapstadt lässt uns kurzzeitig vergessen, dass wir morgen Abschied nehmen müssen. Aber es ist so: Die Reise geht zu Ende. Auch wenn die Kinder von Südafrika so begeistert sind, dass sie am liebsten gleich wieder los möchten! 

Familienreisen nach Südafrika

(von Hauser-Mitarbeiterin Carmen Klopfstock)