Reisebericht: Inselwelt Maltas mit Kindern

Noch einmal Wärme tanken...

...bevor der Winter kommt. Meine Tochter Carolin (16J.) und ich, Carmen Klopfstock Produktmanagerin für unsere Reisen mit Kindern, wurden nicht enttäuscht. Nach nur 2 ½ - stündigem Flug öffnet sich die Tür unseres Flugzeugs und strahlender Sonnenschein mit 27°C begrüßt uns Mitte Oktober.

Der Transfer zu unserem schönen Standorthotel in Mellieha, im Nord-Westen der Insel gelegen, dauert nur 40 Minuten. Ein großes Plus von Malta, alle Transferzeiten sind kurz, in maximal einer Stunde kommt man von einem bis ans andere Ende der Insel. Die Infrastruktur ist sehr gut und die Fahrten durch die vielen engen und verwinkelten Gassen der Dörfer und Städte sind für sich schon ein Erlebnis wert. 

Buntes Fischerdorf Marsaxlokk

Unser erster Ausflugstag führt in das kleine, idyllische Fischerdorf Marsaxlokk. Wir stürzen uns in das quirlige Treiben des täglichen Marktes. Die vielen Stände reihen sich entlang des Hafens über die gesamte Länge des Ortes. Neben Obst, Gemüse, fangfrischem Fisch und vielen maltesischen Spezialitäten gibt es auch allerlei Haushaltsartikel, Kleidung und alles was man sich nur vorstellen kann. Besonders zu empfehlen sind die tollen Gewürz- und Salzmischungen aus den eigenen Salinen. Zwischen den Ständen lohnt immer wieder ein Abstecher auf die Bootsanleger.

Im Hafen liegen die hübschen, bunten Fischerboote, auch ‚Luzzus‘ genannt, malerisch Boot an Boot, wie für uns arrangiert. In einem der zahlreichen kleinen Restaurants lassen wir uns nieder und genießen frisch gebratenen Fisch.

Gestärkt geht es weiter. Wir wandern zu St. Peter’s Pool, einem Felsplateau mit vielen ausgewaschenen Pools sowie einer Einstiegsstelle zum Baden. Zwischen bewirtschafteten Feldern führt der Weg bergauf und entlang der Küste bis zur nächsten Bucht. Wir steigen hinab auf das Felsplateau und erfrischen uns in den ausgewaschenen Pools, in denen sich das Wasser der aufschäumenden Brandung gesammelt hat. Mutige springen direkt von der Klippe ins kühle Nass! 

Die grüne Schwesterinsel Gozo

Nur 25 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre, schon erreichen wir die beschauliche Insel Gozo. Gleich geht es weiter zum Ausgangspunkt unserer Küstenwanderung. Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten.

Wir haben uns für die Wanderung im Norden der Insel von Marsalforn nach Ghasri entschieden. Der Weg beginnt am schönen Hafen von Marsalforn, einem gemütlichen Ort mit kleinen Hotels, der sich auch wunderbar für eine Reiseverlängerung eignet.

Entlang der Hafenpromenade gehen wir nach Westen und erreichen gleich hinter dem Ort in Stein geschlagene Salinenfelder, die heute nicht mehr genutzt werden. Es macht Spaß über die Steinwände zu balancieren. Für Fotografen bieten sich unzählige interessante Motive. Entlang der Küste kommen wir an einem kleinen Sandstrand mit Bademöglichkeit vorbei. Kurz darauf entdecken wir neue, systematisch angelegte Salinenfelder, die auch heute noch zur Salzgewinnung genutzt werden. Angler versuchen ihr Glück an exponierten Stellen der Steilküste.

Über das Hochplateau erreichen wir einen Pfad, der uns ins hinab ins Ghasri Valley führt. Versteckt liegt hier ein wunderschöner Fjord. Wir steigen hinab zu einem kleinen Kiesstrand. An diesem geschützten Ort können wir leicht ins Wasser planschen und durch eine spektakuläre Kulisse bis zum offenen Meer schwimmen – einfach toll!

Auf den umliegenden Felsvorsprüngen finden sich schöne Plätze für eine Picknick-Pause. Nun geht es stetig bergauf bis zum Ort Ghasri. Von hier aus haben wir einen wunderschönen Rundumblick auf die umliegende Tafelberglandschaft. Als krönenden Abschluss dieses erlebnisreichen Tages machen wir noch einen  kurzen Abstecher zur Inselhauptstadt Victoria. Auf der jüngst restaurierten Zitadelle spazieren wir entlang der Burgmauer und genießen den Sonnenuntergang.

Die Hauptstadt Valletta

Die Hauptstadt Maltas begeistert durch ihre gelungene Verbindung von alt und neu. Historische Gebäude eingebunden in neue Architektur, prunkvolle Kirchen, der imposante Hafen sowie schöne Fußgängerzonen mit modernen Geschäften und schönen Plätzen geben der Stadt ihren besonderen Reiz. Unser Stadtrundgang führt bergauf und bergab und erfordert auch hier eine gute Kondition. Gleich zu Beginn der Republik Street beeindruckt das neu gestaltete Parlamentsgebäude und das Open-Air-Theater. Beide Gebäude zeigen, wie perfekt alte und neue Architektur verbunden sein können. Um Jahrhunderte zurück versetzt werden wir in der St. John’s Co-Cathedral, Ende des 16. Jhd. erbaut, üppig im Stil des Barock ausgestaltet. Besonders beeindruckend ist der Boden der Kirche, mit über 375 Grabplatten aus Einlegearbeiten in verschieden farbigem Marmor.

Einen eindrucksvollen und lustigen Überblick zur Geschichte Maltas erleben wir in Maltas 5D-Show. Vorsicht – es ruckelt und rumpelt auf den Sitzen und es kann auch feucht werden!

Natürlich ist zwischendurch eine Stärkung notwendig. Unser Geheimtipp: Das Restaurant „Nenu – the Artisan Baker“. Hier lassen wir uns eine maltesische Pizza, „Ftira“ genannt, schmecken – sehr lecker. Dazu trinken wir ein „Kinnie“ - eine Bitterlimonade, etwas gewöhnungsbedürftig, aber einmal sollte man dieses maltesische Getränk probiert haben. Von den „Oberen Barraca Gärten“ blicken wir auf den schönen Naturhafen bevor wir unser Boot zur Hafenrundfahrt besteigen. Der Blick vom Wasser auf die Festungsmauern Vallettas ist nicht minder imposant.

Wanderung zur Mistra Bay

Ein kurzer Transfer von ca. 15 Minuten bringt uns heute früh zum Ausgangspunkt unserer abwechslungsreichen Wanderung. Wir starten in Xemxija. Gleich zu Beginn unserer Wanderung stoßen wir auf einige sehr interessante, archäologische Entdeckungen. Wir staunen über die in Stein gearbeiteten Bienenstöcke und lassen uns das Prinzip erklären.

Bis zu 1.000 Jahre alte Johannisbrotbäume säumen den Weg und wir lernen, dass die Kerne aus den Schoten alle das gleiche Gewicht haben und zwar 1 Karat – die Gewichtseinheit für Diamanten. Unsere Reiseleiterin versteht es hervorragend Kultur und Natur interessant zu verbinden. Wir passieren Kraggewölbebauten aus Felssteinen, wandern durch das Mistra-Tal und auf dem Höhenkamm von Mellieha. Hier haben wir wunderbare Ausblicke auf die umliegenden grünen Terrassenfelder der Bauern, die Obst und Gemüse anbauen. Entlang der Steilküste führt unser Weg zu einem schönen Picknick-Platz oberhalb einer kleinen Bucht. Ein Fußweg führt hinab, ein idealer Platz für eine Erfrischung im Meer.

Ausflug ins Popeye Village

Spiel und Spaß für Groß und Klein verspricht der heutige Ausflug nach Sweethaven ins Popeye Village. Die Filmkulisse aus den 80er Jahren ist liebevoll gestaltet und liegt exponiert in den Felsen der Bucht „Anchor Bay“. Popeye und Olivia begrüßen uns gleich auf dem Marktplatz und sind zu allerlei Späßen bereit. Alle Häuschen sind unter einem bestimmten Motto gestaltet.

Für jüngere Kinder gibt es einen kleinen geschützten Wasser- und Spielpark. Ältere Kinder können im Meer baden und sich auf dem Trampolin im Wasser austoben. Im eigenen Hafen laden Boote zu einer kleinen Rundfahrt ein. Besonders lustig ist die Aufnahme eines eigenen kurzen Films. Ausgestattet mit diversen Accessoires werden wir zu Akteuren in verschiedenen Szenen mit Popeye und Olivia. Der Film wird im Anschluss im kleinen Kino vorgeführt. Ein riesen Spaß, vor allem für Gruppen. Die DVD kann selbstverständlich erworben werden. Auf dem Marktplatz gibt es immer wieder wechselnde Aktionen mit Popeye und Olivia und zum Abschluss eine Abschiedsparty, ganz aktuell im Break Dance Rhythmus.

Abreise

Leider war die Reise wieder einmal viel zu kurz! Ein zweiter Besuch ist ein „must“ und dann werden wir auf Gozo verlängern.

Malta oder Pyrenäen oder...? Erstmal einlesen und mehr erfahren!

Zur Reise: Inselwelt Maltas mit Kindern – Malta und Gozo

(2016)