Reisebericht: Kilimanjaro – Serengeti – Sansibar

Kilimanjaro-Besteigung

Ausführlich informiert und intensiv vorbereitet

Im Dezember 2014 haben wir (meine beiden Töchter, 17 und 19 Jahre und ich, 51 Jahre) beschlossen, den Kilimanjaro zu besteigen. Die Vorbereitungszeit wurde genutzt für einen Höhenverträglichkeitstest (Ende Januar 2015), zur Auffrischung aller erforderlichen Impfungen und zum Kauf der erforderlichen Ausrüstung. Hierbei haben uns diverse Ausrüstungslisten im Internet weitergeholfen, insbesondere aber auch die Empfehlungen auf der Hauser-Homepage. Eine Woche vor Abreise absolvierten wir noch ein intensives Höhentraining im Höhenlabor in Bad Aibling (5 Tage jeweils 1 ½ Stunden Training und 2 Übernachtungen auf simulierten 4.000 m bzw. 4.700 m). Wir alle drei hatten später auf dem Berg keinerlei Probleme mit der Höhe, vermutlich war das auf das Höhentraining zurückzuführen.

Während dieser Vorbereitungszeit hätte ich mich gerne mit den anderen Teilnehmern unserer Gruppe ausgetauscht. Dies war leider nicht möglich, da die Kontaktdaten der Teilnehmer von Hauser nicht weitergeleitet werden (...dürfen. Aus Datenschutzgründen. Anmerkung von Hauser Exkursionen).

Flugzeug defekt, Gepäck verschollen - aber alles wird gut

Von München ging der Flug mit KLM nach Amsterdam, dort mit 4-stündiger Verspätung (Flugzeug war defekt) weiter nach Nairobi. Leider mussten wir in Nairobi feststellen, dass einer unserer Koffer nicht mittransportiert wurde. Dies hat in den nächsten Tagen etwas für Unruhe gesorgt, da in diesem Koffer unsere Schlafsäcke, Isomatten und weitere Bergutensilien verpackt waren. Dem Organisationstalent des Hauser-Partners Kibo Slopes Safari war es zu verdanken, dass die Besteigung des Kilimanjaro erfolgreich durchgeführt werden konnte. Leihschlafsäcke wurden spontan organisiert bzw. das Gepäck wurde uns bis auf eine Höhe von 3.700 m nachgetragen. Unbedingt ist deshalb der Empfehlung von Hauser zu folgen, unersetzliche Utensilien (z. B. Schuhe) im Handgepäck zu verstauen oder anzuziehen. 

Kehre um Kehre, Camp um Camp...

Nach einer Nacht in Nairobi trafen wir die beiden anderen Safari-Teilnehmer. Danach ging es mit dem Jeep in Richtung Tansania. Bereits auf dieser Fahrt haben wir die ersten Wildtiere (Giraffe, Antilope etc.) gesehen. Nach einer weiteren Nacht in Loitokitok ging es am nächsten Morgen über die Grenze Tansanias zum Ausgangspunkt unserer Bergtour am Fuße des Kilimanjaro. In den dortigen Gebäuden von Kibo Slopes Safari wurde das Gepäck umgepackt und die erste Ration Wasser aufgenommen. Dann ging es los. Bei einer Ausgangshöhe von ca. 1.800 m begann der ca. 5-stündige Aufstieg zum ersten Lager auf 2.800 m. Am ersten Tag sind wir anfangs noch in kurzärmligen Hemden gewandert, ab Ende des Tages war dann aber die langärmlige Fleecejacke der ständige Begleiter. Deutlich kälter wird es in der Nacht, wir waren froh um unsere warmen Schlafsäcke (Komfortbereich minus 15 °C).

Vom Simba Camp ging es am zweiten Tag auf ca. 3.600 m zum Kikeleva Camp, am dritten Tag zur 4.300 m hoch gelegenen Mawenzi Tarn Hut und am vierten Tag über den Kibo-Sattel zur 4.700 m hoch gelegenen School Hut. Die Aufstiege an diesen Tagen dauerten jeweils ca. 5 bis 6 Stunden und waren steiler, als wir erwartet hatten. Als aktiver Marathon-Läufer war ich überrascht von der körperlichen Anstrengung, die das tägliche Bergsteigen mit sich bringt. Im Nachhinein und mit ein bisschen Abstand betrachtet ist es aber vermutlich die Summe aus verschiedenen Einflüssen, die eine Kilimanjaro-Tour zur Herausforderung werden lässt. Die für uns ungewohnte Übernachtung im Schlafsack und Zelt, die Kälte in der Nacht, der gewöhnungsbedürftige Geschmack des Wassers, das ungewohnte Essen, die fehlende Körperhygiene und natürlich die körperliche Anstrengung stellen die Herausforderung einer solchen Tour dar.

"Time is not your friend!"

Nichtsdestotrotz war es nach ein paar Stunden Ruhen im Zelt (kein Schlaf auf 4.700 m!) so weit. Der Gipfeltag! Mit 6 verschiedenen Schichten Klamotten angezogen starteten wir um Mitternacht zur alles entscheidenden Aufstiegsetappe. Mit kaum messbar großen und unendlich langsamen Schritten geht es Kehre um Kehre nach oben. Nach 6 ½ Stunden extremer Anstrengung erreichten wir rechtzeitig zum Sonnenaufgang unser erstes Ziel, Gilman’s Point auf 5.685 m. Ein ergreifender Augenblick! Wegen der Wolkendecke auf ca. 3.500 m war zwar kein Blick ins Tal möglich, trotzdem entschädigte der sich uns gebotene Ausblick für alle Strapazen. Nach kurzem Aufenthalt und ein paar Fotos machten wir uns auf zum letzten zweistündigen Marsch zum Uhuru Peak. Auf diesem Abschnitt herrschte reges Treiben, da wir natürlich nicht die Einzigen waren, die den Gipfel besteigen wollten. Dort angekommen, wurde erst einmal das Verpflegungspaket vernichtet, danach haben wir die obligatorischen Fotos geschossen. Nach ca. 45 Minuten Aufenthalt am Gipfel (Zitat unseres Guides Innocent: „Time ist not your friend.“) stiegen wir wieder ab zur School Hut. Dort gab es Mittagessen und 1 ½ Stunden Pause, danach dann weitere 5 Stunden Fußmarsch zum Tagesziel (5. Übernachtung). Der 6. Tag bedeutete dann nochmals ca. 7 Stunden Abstieg durch den Regenwald zum Marangu Gate. 

Die Kilimanjaro-Besteigung - wir ziehen ein Fazit

Die Route:

Die Kikeleva-Route als Nord-Süd-Überquerung bietet den Vorteil, über die üblicherweise trockene Nordseite aufzusteigen und durch die ausgedehnten Regenwälder im Süden abzusteigen. Wir hatten mit keinerlei Niederschlägen zu kämpfen (Ausnahme am 2. Tag ½ Stunde), mit Sicherheit wäre aber ein zweitägiger Aufstieg durch den Regenwald (inkl. Regen) kein Spaß gewesen. Der Schwenk am 3. Tag zum Fuße des Mawenzi ist beeindruckend.

Der Veranstalter:

Die Organisation der Tour (auch der nachfolgenden Safari und des Besuchs auf Sansibar) war hervorragend. Sämtliche Hotelaufenthalte, Transfers etc. haben wie geplant funktioniert. Bei unserer Bergtour stand uns 5 Gästen ein Team von 19 Personen zur Verfügung.

Verpflegung:

Vermutlich jede mitteleuropäische Hausfrau und sicher jeder mitteleuropäische Hausmann würden kläglich scheitern, nicht jedoch unser Jimmy. Er zauberte uns mit den einfachen Mitteln, die am Berg zur Verfügung stehen, mindestens 1 x täglich ein 3-Gänge-Menü, bestehend in der Regel aus Suppe, Fleisch (Geflügel), Nudeln, Reis, frischem Obst. Auch der Wunsch eines unserer Mitstreiter nach streng vegetarischem Essen brachte unseren Jimmy nicht in Verlegenheit. Zum Frühstück gab es Omelett, Rührei, gekochtes Ei, Toast, Marmelade, Kaffee, Tee, heiße Schokolade.

Guides:

Wir 5 Gäste wurden von 3 Guides begleitet, die uns während der ganzen Tour praktisch nicht aus den Augen gelassen haben. Man hatte durchgehend das Gefühl, in sicheren Händen zu sein.

Trinkwasser:

Das Trinkwasser hatte zugegebenermaßen einen eigenartigen Geschmack. Wer hier empfindlich ist, sollte Vitamintabletten, Brausetabletten oder Ähnliches benutzen. Das Wasser wurde zuverlässig abgekocht, wir hatten keinerlei Magen- und Darmprobleme. 

Hygiene:

Mehrere Tage hintereinander nur jeweils ½ Liter Wasser für die Körperpflege zur Verfügung zu haben, ist eine neue Erfahrung – war letztendlich aber weniger schlimm als erwartet. Das langsame Marschieren in trockener Höhenluft ist nicht schweißtreibend, darüber hinaus trägt hochwertige Funktionskleidung wohl zu einem akzeptablen Körpergeruch bei. Nichtsdestotrotz freut man sich nach 6 Tagen auf eine wiederbelebende, heiße Dusche.

Wiederholungsfaktor:

Die erfolgreiche Besteigung des Kilimanjaro ist mit Sicherheit ein Lebensereignis, das sich fest in der Erinnerung einbrennt. Obwohl man bei weiteren Besteigungen des Kilimanjaro sicherlich ganz andere Eindrücke hätte, beabsichtigen wir derzeit, an der Einmaligkeit dieses Events festzuhalten.

Safari in der Serengeti

Man sieht das Rudel vor lauter Löwen nicht

Zwischen der Kilimanjaro-Tour und einer Safari ist von Seiten des Veranstalters standardmäßig eine Übernachtung in Arusha geplant. Wir haben eine weitere Übernachtung in Arusha gebucht. Wir waren froh über diese 2. Übernachtung, da sich zum einen die Möglichkeit bietet, wieder etwas zu Kräften zu kommen. Zum anderen kann der zusätzliche Tag genutzt werden, um Wäsche waschen zu lassen. Nach einem ca. 1 ½ -stündigen Flug (bitte nur kleine Reisetaschen, keine großen Koffer packen) erreichten wir den Serengeti Airstrip, von wo aus die Safari begann. Bereits nach 5 Minuten sahen wir das erste Löwenrudel, auch Elefanten und Giraffen zählten wir bald nicht mehr. Die Dichte an Wildtieren ist beeindruckend. Leopard mit Beute auf dem Baum, ein Leopard-Pärchen auf dem Boden, Geparden mit und ohne Nachwuchs, Flusspferde, Krokodile – alles was das Herz begehrt. Wir haben 3 Nächte im Ronjo Tented Camp verbracht, welches mitten in der Serengeti aufgebaut ist. Des Nachts kommen die Hyänen bis an die Zelte und werden von den Nachtwache haltenden Maasai vertrieben. Ein Abenteuer! Pünktlich zur vereinbarten Zeit wartete der Safari-Jeep samt fachkundigem Guide vor unserem Zelt. 

Diese Zelte waren geräumig und komfortabel, mit eigenem WC und Dusche ausgestattet. Das angebotene Abendessen (festes Menü) war gut, ebenso das Frühstücksbuffet. Zum Mittagessen gab es wahlweise ein Lunchpaket oder ein festes Menü. 

Nachdem das Tented Camp mitten in der Wildnis lag und somit keine langen Anfahrtswege mit dem Jeep erforderlich waren, haben wir innerhalb kurzer Zeit und innerhalb von 2 Tagen ausreichend Wildtiere zu Gesicht bekommen. Es hätten wohl auch 2 Übernachtungen gereicht.

Sansibar

Vom Serena Airstrip in der Serengeti ging es per direktem Flug nach Sansibar sowie vom dortigen Flughafen direkt ins Hotel. Obwohl auf der Insel Ausflugsfahrten angeboten wurden, hatten wir diesen 7-tägigen Aufenthalt ausschließlich als Relax-Urlaub vorgesehen. Außer gelegentlichen Besuchen im Fitnessstudio war keinerlei Bewegung vorgesehen. 

Zusammenfassung

Unser Tansania-Urlaub wird uns sicherlich ewig in Erinnerung bleiben. Auch die Kilimanjaro-Besteigung ist immer noch etwas Besonderes, vor allem wenn sie nahezu reibungslos abläuft. Auch eine Safari in Tansania oder woanders wird lange im Gedächtnis bleiben.

Ich möchte mich hier stellvertretend für alle Reiseteilnehmer bei allen Verantwortlichen für das reibungslose Gelingen dieser Reise und dieses Abenteuers recht herzlich bedanken. Alle Beteiligten (Ausnahme der Amsterdamer Flughafen, beim Rückflug gingen 3 von 6 Koffern verloren) haben sich exakt und minutengenau an den geplanten Ablauf gehalten.

Alle Wege auf den Kilimanjaro und mehr

(2015)