Reisebericht: Nepal mit Kindern - Familientrekking

Schnuppertrekking zum Poon Hill

Die Entscheidung 

In den Osterferien letzten Jahres war es endlich so weit. Zusammen mit meinem 15-jährigen Sohn, Cousin und Frau und zwei Freundinnen brachen wir auf, um Nepal zu entdecken. Eine bunte Mischung, die es zu befriedigen galt: 5 zwar reisebegeisterte, aber nicht unbedingt konditionsstarke Erwachsene und Niklas, einem pubertierenden, aber sportlichen Teenager, den es bei Laune zu halten galt. Das perfekte Einsteigerprogramm war bald gefunden: Schnuppertrekking zum Poon Hill. Gerade 14 Tage lang, so dass es in die beste Reisezeit und in die Ferien passte.   
            

Kathmandutal   

Auf dem Weg zum Hotel erfasste uns gleich das turbulente Leben Kathmandus. Was für ein anderes Straßenbild: bunt, chaotisch, überfüllt und dennoch so sympathisch. Niklas war begeistert von den zwei- und vierrädrigen Möglichkeiten, von dem rasanten Fahrstil unseres Busfahrers und bemerkte etwas verwirrt, die Hand in Hand bummelnden Männer. Was ist denn hier los?? Im Hotel angekommen, ging es dann gleich zum Friseur. Niklas' lange Haare sollten gut und günstig wieder in Form gebracht werden. Schweißgebadet verließ er nach drei Stunden den Salon und meine Freundin musste noch einmal Hand anlegen, damit er sich wieder auf die Straße traute.

Schlauchbootfahrt  

Nach zwei spannenden Tagen in Kathmandu fuhren wir mit dem Bus zur Einstiegsstelle der Schlauchbootfahrt auf dem Trisuli-Fluss, für Niklas wohl der Höhepunkt der Reise. Kleinere Stromschnellen und Spritzwasser lösten Heiterkeitsausbrüche und Gekreische bei uns aus. Die kommende Zeltübernachtung auf einer Sandbank bei Lagerfeuer und sternklarem Himmel ist unvergesslich. Als besonderes Highlight für Niklas wurde noch die Überquerung des Flusses in schwindelerregender Höhe in einem Käfig mit Handbetrieb eingebaut. Etwas komfortabler fahren wir am nächsten Tag mit der einzigen 1998 erbauten Seilbahn Nepals, zusammen mit Ziegen und Hühnern ca. 1000m hinauf zum hinduistischen Tempel Manakamana, in dem auch heute noch lebende Tiere für uns unsichtbar geopfert werden.

Annapurnagebiet  

Und dann ging es zum Trekking ins Annapurnagebiet. Unerwartet grün, mit unzähligen Stufen durchsetzt, waren wir fünf Tage unterwegs. Gerade so lang, dass keine Meuterei ausbrach. Die Abende verbrachten wir zusammen mit unserer Mannschaft beim Kartenspielen und mit traditionellen Brettspielen. Welch kindliche Freude hatten unsere Begleiter. Am Ostersonntag hatten wir uns etwas Besonderes für unsere Gastgeber ausgedacht: Ein Eierlauf quer durch das Dorf. Wer am Ziel sein Ei heil ablieferte hatte gewonnen. So konnten auch wir ein Stück unserer Kultur weitergeben. Und wer jemals morgens um 4h auf dem Poon Hill die Sonne in der Dhaulagiri–Gruppe hat aufgehen sehen, wird wieder zurückkehren, in dieses ganz besonderes Land, und zu den Menschen, wie sie herzlicher nicht sein können.

Völkerverständigung  

Ich werde nie vergessen, wie Niklas unserem gut 50jährigen nepalischem Reiseleiter Binod einen Ohrenstöpsel seines Ipods anbot und die beiden in der Dämmerung nach amerikanischen Raprhytmen den Abend genießen. Was für eine Völkerverständigung!

Zur Reise: Nepal - Familientrekking

(von Hauser-Mitarbeiterin Elke Schnaus)