Reisebericht: Türkei mit Kindern - Abenteuer Lykische Küste

Vorfreude und Abreise 

Endlich Ferienbeginn! Die Vorfreude unserer Kinder ist groß. Geplant ist eine Woche Trekking im Taurusgebirge und eine Woche Erholung auf einem traditionellen Motorsegler entlang der lykischen Küste. Jetzt heißt es erst einmal Reisetasche packen und sich auf das Notwendigste konzentrieren. Im Zelt und in der Kajüte ist der Platz begrenzt. Außerdem wird eh immer viel zu viel eingepackt. Gameboy, Nintendo und Co. können ruhig zu Hause bleiben. Wichtig sind vor allem gute Wanderschuhe und Badesachen.
In Antalya angekommen, machen wir nur einen kurzen Zwischenstopp. Dann geht es gleich in die Bergwelt. Wir fahren durch den Köprülü-Nationalpark. Eine wundervolle Canyonlandschaft tut sich vor uns auf. Die ersten Raftingboote, die sich durch den Fluss kämpfen, kommen in Sicht. Die Kinder sind begeistert, denn auch wir werden am Ende unserer Trekkingtour in eines dieser Boote steigen. Bei großer Hitze freuen sich alle auf das kühle Nass.

Erster Trekkingtag       

Unsere Kinder, inzwischen schon 9 und 12 Jahre alt, sind in heimatlichen Gefilden nicht unbedingt für Wanderungen zu begeistern. Aber hier ist alles ganz anders. Weitere nette Kinder, eine abwechslungsreiche Landschaft, die teilweise an die Dolomiten erinnert, Felsen zum Klettern, ein Bachbett zum Matschen und Schwimmen, Schildkröten, die über den Weg spazieren und vor allem Mulis. Auf ihnen kann man reiten, wenn der Aufstieg zu steil wird oder einfach, weil es riesig Spaß macht! So bewältigen wir auch unsere längste Tagesetappe von ca. sechs Stunden, tapfer und ohne Schwierigkeiten.
Im Camp angekommen, erwartet uns die Begleitmannschaft. Zelte, Tisch und Stühle sind schon aufgestellt. Sogar ein kühles Softgetränk oder ein Bier zur Belohnung für den einen oder anderen Papa steht bereit. Der Koch zaubert täglich leckere Gerichte, die auch den Kindern schmecken. Ob Hähnchen, Nudeln mit Tomatensauce, gefüllte Auberginen, frische Salate, vorweg ein Süppchen, es ist immer für jeden etwas dabei.

Bozburun      

Während des Trekkings haben wir stets den Bozburun vor Augen. Erhaben thront er über Pinienwäldern, Steinformationen und lieblichen Hochalmen. Wir gönnen uns einen Ruhetag auf einem herrlichen Platz an einem Bachbett gelegen, mit „Naturdusche" und traumhaftem Ausblick. Am Wiesenrand haben Dorfbewohner aus der Gegend zahlreiche Bienenstöcke aufgestellt. Auf der Wiese grasen unsere Mulis und genießen auch den Ruhetag ohne „Last". Ein Papa sucht die sportliche Herausforderung und bezwingt mit unserem Bergführer den Gipfel des Bozburun (2.525m). Zu zweit haben sie die ca. 1.200 Höhenmeter in ungefähr 7 Stunden problemlos bewältigt und kehren begeistert zurück.
Unser letzter Trekkingabschnitt bringt uns durch bizarre Steinformationen zu den Ruinen von Selge. Es ist kaum vorstellbar welche Ausmaße diese Stadt einst gehabt haben muss. Das große Amphitheater ist noch gut erhalten und auch hier treffen wir auf unsere „alten" Freunde, die Schildkröten. So steht das Thema Haustier bei den Kindern immer wieder ganz oben auf der Wunschliste.

Rafting

Wie angekündigt ist heute der ersehnte Tag im kühlen Nass. Schnell sitzt jeder gut ausgestattet mit Helm und Schwimmweste im Boot und hört auf das Kommando des Bootführers. Kleine Stromschnellen und Paddelangriffe anderer Boote sorgen für eine feuchte Erfrischung. Und wer jetzt immer noch nicht nass geworden ist, geht kurzerhand über Bord. Alle haben riesig Spaß, ob groß ob klein!
Zurück in der Zivilisation genießen alle erst einmal die schönen Duschen und den tollen Pool unseres Hotels in Cirali. Hier besuchen wir die Ruinen von Olympos und haben Gelegenheit zu einem ersten Bad im Meer. Eine kleine Wanderung bringt uns zu den Flammen der Chiamira. Der brennende Berg übt seine Faszination aus. Wir versuchen eine lodernde Flamme mit Wasser zu löschen und mit Erde zu ersticken, aber unmöglich. Das Gas findet immer wieder seinen Weg und entzündet sich erneut.

An Bord unseres Motorseglers            

Im zweiten Teil unserer Reise kommen alle „Wasserratten" auf ihre Kosten. Mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen gehen die kleinen Forscher auf Erkundung im glasklaren Wasser. Unser eleganter Motorsegler ist gut ausgestattet. Jede Kajüte bietet Platz für zwei bis drei Personen und verfügt über ein eigenes kleines Bad mit Dusche und WC. An Deck sind ausreichend bequeme Schaumstoffmatten für eine gemütlich Pause und auch ideal zum Übernachten an Deck. Dies wird gerne genutzt, zum Schluss schlafen fast alle oben und lassen sich unter wunderschönem Sternenhimmel sanft in den Schlaf wiegen. Die Crew verwöhnt uns mit leckeren Gerichten. Es gibt sogar einen bordeigenen Grill! Er ist an der Reling befestigt und sorgt für gemütliche Stunden beim Barbeque.

Landausflüge  

In Kekova gehen wir vor Anker und steigen hinauf zur Burgruine von Simena. Der Blick von dem höchsten Punkt ist gigantisch. Malerisch fügt sich der Ort unterhalb der Burg in den Hang, im Hafen liegen die eleganten Motorsegler, vorgelagerte Inseln reihen sich wie auf einer Perlenkette im türkisblauen Meer aneinander. Mit unserem Boot fahren wir entlang der versunkenen Stadt und können noch einzelne Treppenaufgänge, Mauern und Gebäudereste unter der Wasseroberfläche erkennen.
Landausflüge bringen uns immer wieder zu interessanten historischen Städten und atemberaubenden Aussichtspunkten. Wir wandern zur verlassenen Stadt von Kalekoy, die einmal von Griechen besiedelt war und besuchen die Kirchenruinen des heiligen St. Nikolaus auf der Insel Gemiler. Im malerischen Ort Kas genießen wir das Flair der Altstadt. Eine kleine Shopping-Runde steht auf dem Programm. So müssen vor allem noch fehlende Schwimmflossen erstanden werden und das ein oder andere Souvenir. Nach einem Rundgang durch die engen, blumengeschmückten Gassen ruhen wir uns in einem der zahlreichen, schönen Cafés und Restaurants aus und lassen die gemütliche Atmosphäre auf uns wirken.

Abschied  

Zurück auf dem Boot, genießen die Eltern meist „Coffee and Tee Time", während die Kinder gleich direkt vom Boot ins erfrischende Meer springen. An den Abenden, nach einem üppigen Dinner, werden Spielrunden zu einem lustigen Ritual für alle oder wir lassen uns von der Crew und unserem Reiseleiter in die Kunst der türkischen Tänze einweisen.
Viel zu schnell geht der Urlaub zu Ende. Aber die vielen Eindrücke und lustigen Erlebnisse bleiben noch lange in Erinnerung.

Zur Reise: Familienreise Türkei - Abenteuer Lykische Küste

(von Hauser-Mitarbeiterin Carmen Klopfstock)