Reisebericht: Uganda - Ruwenzori-Besteigung

Regenmacher und Wolkenkönig?

Wetterglück

Wir – mein Begleiter Matthias und ich – haben glücklich und gesund die Ruwenzori-Tour abgeschlossen. Es war für uns ein großartiges und unvergessliches Erlebnis! Wir hatten während des Trekkings mit dem Wetter Glück, es hat einzig am dritten Tag – nur kurz – geregnet und bei der Kitandara-Hut leicht geschneit. Die Wege waren also für die dortigen Verhältnisse gut begehbar. Wir hatten auch die meiste Zeit eine gute Sicht auf die umliegenden Berge und Täler. Matthias hat den Gipfel bei sehr guten Wetterbedingungen erreicht, ich selbst hatte auf der Höhe der Elena-Hut einige Probleme mit der Höhenakklimatisation (ab ca. 4.200 m, also schon beim Aufstieg von der Bujuku zur Elena-Hut), so habe ich letztlich gerne auf den Gipfel verzichtet, um diesen spektakulären Trail weitergehen und vollenden zu können. Es ging mir auch nach dem Abstieg zur Kitandara-Hut schon viel besser.

Super Guides und bestens versorgt

Ein großes Lob an unsere Guides Mr. Baluku Josephat und Mr. Kule Hezron, unseren Koch Joel und die Trägermannschaft des RMS! Unsere Guides haben sich sehr professionell und verantwortungsbewusst verhalten und es hat sich im Laufe der Woche eine freundschaftliche Atmosphäre entwickelt, die wir beiderseitig sehr genossen haben, was auch beim Abschied bekräftigt wurde. Unser Koch Joel hat uns mit sehr gutem – und reichlichem! – Essen verwöhnt. Ich hatte noch selten nach einem Trekking so wenig Verlangen nach etwas Bestimmten, was ich hatte entbehren müssen. Wir waren also gut versorgt. Joel hat uns auch vor der Überreichung der Trinkgelder beim Abschluss der Tour über ein paar Unsicherheiten unsererseits hinweg geholfen, er hat sich für uns als echte Vertrauensperson erwiesen und diese Sache für uns unkompliziert gemacht.

Trinkgeldfrage und der Abschied

Sieben Träger haben uns ständig begleitet, zwei Träger waren nur zwei Tage dabei und bei der Verabschiedung auch nicht anwesend. Für die Guides (vorgesehen hatten wir $ 70 pro Guide) hat Joel uns einen Betrag von mindestens $ 50 als üblich vorgeschlagen „und mehr, wenn es uns besonders gut gefallen hätte und wir das anerkennen wollen". Das hat es ja, und so haben wir $ 60 pro Guide und genau soviel für Joel vorbereitet, da er bei der Tour eigentlich nicht nur als Koch, sondern schon eher als dritter Guide von uns gesehen wurde und unserem Eindruck nach auch gleichrangig war. Und wir haben ihn, wie unsere Guides, sehr geschätzt. Dadurch verblieb etwas mehr Rest für die Träger, und da diese um zwei mehr als angenommen waren, ging sich das wieder recht gut aus und wir haben $ 30 pro Träger vorbereitet und die Beträge am nächsten Tag bei einem ausgesprochen netten, unkomplizierten und freundschaftlichen „Handshake",  der übrigens auf der Nyabitaba-Hütte stattfand, überreicht. Wir hatten den Eindruck, dass sich alle sehr über das Trinkgeld freuten und es sicher ihren Erwartungen zumindest entsprach. Wir haben uns gegenseitig bedankt und uns wurde auch noch von den Guides absolut glaubwürdig versichert, dass alle sehr glücklich wären und sich über unsere Gesellschaft und Kooperation sehr gefreut hätten.
Wir sind dann also am selben Tag noch den Trail fertig gegangen bis zum RMS nach Nyakalangija. Unser Gepäck war schon dort und unser Fahrer (Kenan von Kitandara Lake-Tours) hat uns schon erwartet.

Gut zu wissen – ein paar Tipps für die nächsten am Berg

Noch ein paar facts, die mir so einfallen für künftige Reisende: Wenn Sie einen Koch wie Joel haben, nehmen Sie selbst nichts zum Essen mit, außer vielleicht Ihre Lieblings-Schokoriegel, Nüsse oder Ähnliches für unterwegs. Alles darüber hinaus wäre absolut überflüssig, Sie werden bestens und reichlich versorgt.
Thema Malaria. Es hat während unseres Aufenthaltes fast nicht geregnet, aber selbst dann: Moskitos waren eher eine Seltenheit als eine Plage! Wir haben erfahren, dass das Land vor etwa vier Jahren vom Flugzeug aus mit DDT gespritzt wurde. Darüber gäbe es natürlich viel zu sagen, Tatsache ist aber, es gab kaum Stechmücken. Wir hatten auch auf eine Malariaprophylaxe verzichtet und nur Malarone mitgehabt. Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden. Auch die immer wieder empfohlene Tollwut-Impfung halte ich persönlich für unnötig, zumindest im Zusammenhang mit diesem Reiseprogramm. Wir haben z. B. ausgesprochen wenige Hunde gesehen, die, wie wir von Einheimischen erfahren haben, wegen der Wildtiere und eben auch wegen möglicher Tollwutfälle nicht gerne gehalten werden.
Thema früher Aufbruch zum Margherita-Gipfel: Mein Begleiter ist bereits kurz nach fünf Uhr früh aufgebrochen, da ist es noch stockdunkel. Das wäre von der benötigten Zeit für An- und Abstieg natürlich nicht notwendig. Die Guides bevorzugen das aber, weil der Gletscher im gefrorenen Zustand am frühen Morgen besser und sicherer zu begehen ist. Tagsüber bei Sonnenschein weicht er auf und wird rutschig. Das ist also ein guter Grund, mit der Stirnlampe los zu gehen.

Hier geht es durch den tiefsten Bigo Bog auf den Ruwenzori:

Zur Reise: Uganda - Ruwenzori Margherita Peak, 5109 m - höchster Punkt der Mondberge

(2011)