Reisebericht: Marokko - Viertausender des Hohen Atlas

Die rote Königsstadt Marrakesch – kulturelle Umrahmung für das 10-tägige Trekking 

Als familiäres Quartier begrüßt uns abends das ehemalige Herrenhaus Riad Celia. Frühstück wird uns auf der Dachterrasse serviert. Von hier aus inmitten der Altstadt durchstreifen wir zu Beginn und am Ende das Getümmel aus Einheimischen und Touristen in der geschäftigen Medina. Hier lockt auch im Ksar el Hamra hinter einfachen Facaden die verborgene Pracht eines zum Restaurant umgebauten Riad – ideal für unser köstliches Abschiedsessen. Dazwischen Natur pur beim Trekking. 

Welch eine Pracht: die aufblühende Bergnatur im späten Frühjahr 

Unsere Route führt durch vielerlei Landschaftsformen. Erfrischend sind die Galeriewälder in den bewässerten und bewirtschafteten Tälern mit weit ausladenden Walnussbäumen. Blumenliebhaber erfreuen sich an den saftigen Wiesen mit lila Knabenkräutern und vielerlei weiteren bunten Blüten. In größeren Höhen dominieren mit Stacheln und Dornen vor dem Fraß geschützte Pflanzen, zuletzt folgen karge Hochflächen und fast vegetationslose Berggipfel mit viel Blockgestein. Die Schaf- und Ziegenherden dürfen zum Schutz der Natur erst später zum Fressen in die Hochregionen. 

Abwechslungsreiche Pfade und erholsame Pisten 

Unsere Pfade sind oft steinig und erfordern aufmerksames Gehen, dabei sind unsere Tourenstöcke sehr hilfreich. Besonders spannend wird es, wenn es steil bergan oder bergab geht. Der Fortschritt macht auch in ländlichen und bergigen Regionen kaum Halt. So legen wir einzelne Passagen auf kaum befahrenen Pisten zurück, welche die Berberdörfer miteinander verbinden oder Pässe überqueren. Diese Fahrwege sind willkommen für die Mulis mit ihren Treibern und für uns Trekker zwischendurch erholsam. So manchen Serpentinenpfad haben wir zu meistern, die Krönung sind die zirka 50 Kehren im Coulour hinauf zum 3.450 m Pass = Tizi Aguelzim. Auch der Abstieg auf dem steilen Steig vom Tizi Addi nach Besteigung des 3.200 m hohen Oukaimeden-Gipfels bleibt unvergessen. 

Trekkingmahlzeiten landestypisch serviert und konsumiert 

Wohlklingende Töne am frühen Morgen um 4 oder 5 Uhr vor den Zelten: Guten Morgen – Aufstehzeit ! Unsere Reiseleiterin Monika vergewissert sich, dass alle wach sind, denn 1 Stunde später gibt es Frühstück und muss alles fertig gepackt sein. Zur Auswahl stehen auf einer Plane am Boden im Messezelt: Fladenbrot, Margarine, Müsli oder Porridge, diverse Marmeladen, Honig, Käse , dazu Tee und Kaffee sowie Orangensaft. Landestypisch sitzen wir auf unseren Schlafmatten um den gedeckten „Tisch“. Mittags erwarten uns als Picknick meist unter schattigen Bäumen bunt gemischte Salatplatten , Käse, Fisch (aus der Dose), Brot und leckere Überraschungen aus dem Schnellkochtopf. Unser Koch Achmed ist Spitze und serviert auch noch Obst als Nachspeise – oft Honigmelonen. Gut gestärkt schaffen wir die kürzeren Etappen am Nachmittag. Abends zum Sonnenuntergang folgt ein Menü mit Suppe, die Nationalgerichte Tagine oder Couscous – und vor schweren Etappen auch Nudeln mit Sosse und Gemüse. Meist sind wir nach Einbruch der Dunkelheit bis 21 Uhr im Schlafsack. 

Ramadan vom 27. Mai bis 24. Juni 2017 – Fastenmonat für gläubige Muslime 

Unsere komplette Begleitmannschaft fastet von früh morgens bis abends nach Sonnenuntergang. Bewunderns- und anerkennungswert ist, was sie dennoch für uns leistet. Reisende Muslime dürften zwar das Fasten tagsüber unterbrechen, aber alle unsere und andere Trekkingbegleiter halten sich daran. Um so erstaunlicher, dass unser Deutsch sprechender Bergführer Mohammed el Hamdaoui unsere Wanderpausen noch mit Nussmischungen sowie Feigen und Datteln versüßt. Wir brauchen kaum unsere mitgebrachten Snacks. 

Unterwegs auf den Spuren des legendären Hohen Atlas Ultra Trail 

7 von 10 Teilnehmern sind aktive Läufer bis Halbmarathon, Thomas und Rainer gar erfahrene Ultraläufer. So haben wir zu dieser Sportart viel Austauschpotential und verfolgen anhand der farbigen Markierungen die anspruchsvollen Routen des Ultra Trails für die diversen Distanzen 26 km, 42 km und 105 km. Diese längste Variante weist 6.500 Höhenmeter auf, sowohl rauf als auch runter. Für die besten Damen bedeutet das über 16 und für die besten Herren über 12 Stunden pausenlose Laufarbeit bei über 30 Stunden Zeitlimit. Anfang Oktober 2017 geht der Trail rund um Oukaimeden in die 9. Runde. Unsere 10 Trekkingtage mögen nur etwas mehr Wegstrecken und Höhenmeter gesamt aufweisen als dieser Ultra. 

Zum Finale im Nationalpark warten unsere Viertausender Toubkal und Timesguida 

Vor langen Etappen wie diesen ist Abmarsch schon morgens um 6 Uhr, um den Tag vor sich zu haben. Vom steinigen Camp unterhalb der Neltner- und Muffon-Hütte auf 3.200 m sind es 1.000 Höhemeter zum höchsten Gipfel Nordafrikas, dem Toubkal mit 4.167 m. Von oben eröffnet sich je nach Wetter eine grandiose Rundsicht über die Bergwelt und hinunter in Richtung Wüste. Am Folgemorgen steigen wir mit Grödeln über gefrorene Schneefelder zu einem 3.780 m hohen Pass und dann in leichter Kraxelei zum Timesguida mit 4.089 m. Von hier mache ich noch einen flotten Abstecher zum 4.070 m hohen Ras. Auf gleichem Weg geht es zurück zum Camp und folgen nach der Mittagsrast noch 1.300 m Abstieg ins Dorf Aremd zur Gite d´Etappe. Wir logieren in Mehrbettzimmern und lassen uns abends – Damen und Herren zeitlich getrennt – noch im einfachen Hamman waschen und massieren. Für alle ein besonderes Erlebnis. 

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