Reisebericht: Algerien - Tassili und Tadrart

Trekking durch drei unterschiedliche Saharagebiete

Eine Reise nach Algerien

... bedeutet für uns immer ein klein wenig Aufregung im Vorfeld. Klappt alles mit den Permits oder überlegt sich das Ministerium kurz vorher eine bestimmte Region zu schließen …

Man weiß ja nie. Aber wir hatten Glück! Alles lief Reibungslos ab – auch Dank unserer Partner in Algerien.

Auf dieser Algerien Tour sollten wir in drei ganz unterschiedliche Regionen der Algerischen Wüste kommen. Das Programm hatte nicht zu viel versprochen. Unterschiedlicher können wir uns die Wüste gar nicht vorstellen.

In der Oase Iherir 

Die ersten drei Tage verbrachten wir in der Oase Iherir. Hier hatten wir bereits die Möglichkeit unter freiem Himmel zu schlafen oder das Quartier in kleinen Zeriba-Hütten zu beziehen. Aber Vorsicht, das Dach der Hütten finden die Ziegen sehr schmackhaft.

Die kommenden Tage wanderten wir durch wunderschöne Schluchten mit Schilfgebieten und grün schimmernden Wasserbecken. Man hatte hier wirklich nicht das Gefühl, sich mitten in der Sahara zu befinden. 
Auf dem Weg durch Dattelhaine trafen wir auf sehr freundliche und interessierte Einheimische bei der Ernte die uns gleich mit einem ganzen Sack Datteln beschenkten. 

Auf dem Weg Richtung Osten besuchten wir die sehr eindrucksvollen Gravuren von Dider. Barfuss wanderten wir über eine riesige, felsige Bodenplatte. Hier konnten wir wunderbare Gravuren von Giraffen, Hasen, Fußabdrücke und vieles mehr erkennen. Manchmal braucht man ein wenig Phantasie um die kunstvoll gemeißelten Figuren zu erkennen. Begeistert waren wir vor allem von der „Schlafenden Gazelle“ und der „Lockigen Kuh“.
Endlich erreichten wir unser erstes „richtiges“ Wüstencamp zwischen Sanddünen. Jeder suchte ein Plätzchen um die Sonne im Dünenmeer untergehen zu sehen und man konnte seinen Gedanken nachhängen.  
Unsere Begleitmannschaft baute in der Zwischenzeit unseren Essensplatz auf.
Zum Schutz vor Sand und Wind spannten sie immer selbst geflochtene Bastmatten – diese werden in liebevoller Handarbeit von Tuaregfrauen hergestellt.
Bestens verpflegt mit frischen Salaten, Suppen und warmen Gerichten wie Couscous mit Gemüse fehlte es uns an nichts!
Unvorstellbar unter welchen Bedingungen unser Koch Hammou kunstvolle und leckere Platten vorbereitete. Sogar frisches im Sandofen gebackenes Brot wurde in der Wüstenküche für uns gezaubert! 

Tassili n´Ajjer

Die kommenden fünf Trekkingtage führten uns in eine sehr abwechslungsreiche Region des Tassili n´Ajjer. Schluchten und Dünen mit abwechslungsreichen Formationen wechselten sich ab. Immer wieder tauchten riesige Sandsteinformationen vor einem auf. Es war nie langweilig wenn man versuchte irgendetwas in den Gebilden und Umrissen zu erkennen. Begleitet wurden wir von unseren Kamelen und 2 Kameltreibern die wir sehr schnell in unser Herz geschlossen hatten. Eine kleine Herausforderung war das Auf- und Absteigen doch in den relativ bequemen Tuareg Satteln schaukelte man bequem durch die Wüstenlandschaft.

Tadrart

Nach den 5 Tagen zu Fuß oder auf dem Kamel, fuhren wir mit unserer Mannschaft weiter in das Tadrart, unsere letzte Station der Reise! Umringt von Haushohen Sanddünen schlagen wir uns Lager auf und machen uns auf den Weg, um eine der hohen Dünen zu erklimmen. Der unglaublich schöne Sonnenuntergang der uns dort erwartet lässt den anstrengenden Aufstieg schnell wieder vergessen. 
Tagsüber wanderten wir durch die Landschaft aus Sand und Stein.
Überall verstecken sich weitere Felsmalereien aus längst vergangener Zeit. Kaum vorstellbar wie fruchtbar das Gebiet einmal gewesen sein musste, dass hier ganze Tierherden von Elefanten, Giraffen oder Kühen einst Zuhause waren. Plötzlich erscheint eine weitläufige Tonebene vor uns. Es macht den Eindruck, als würde sich ein großer See mit kleinen Inseln durch die Dünen schlängeln. Mal wieder ein ganz neues Landschaftsbild, das sich uns zeigte. 
Während der Autofahrten wurden wir von rhythmischen nordafrikanischen Tönen begleitet, die unsere Fahrer mit Hingabe hörten. 
Am letzten Camp bei den schwarzen Dünen wurde die Musik noch einmal richtig auf gedreht und unsere ganze Truppe tanzte durch den aufkommenden Wind! Die letzte Nacht wurde ein bisschen Sandig durch den ersten Sturm, den wir in den ganzen 2 Wochen erlebten. Umso mehr freuten wir uns auf die erste Dusche, die uns in Djanet erwartete.

Abschied in der Oasenstadt  Djanet

Mit einem Bummel über dem Markt der Oasenstadt Djanet und einem letzten gemeinsamen Abschiedsessen beendeten wir unsere vollkommen gelungene und aufregende Tour durch die algerische Sahara.

Es war eine spannende interessante Reise mit beeindruckenden Landschaften schönen Wanderungen und einer super Gruppe. Es wurde gelacht, getanzt, am abendlichen Lagerfeuer Rätsel gelöst und Geschichten erzählt. Rund um ein gelungenes Abenteuer für alle, erfahrene Wüstenliebhaber oder Teilnehmer die zum ersten Mal dort waren.

Ein großes Dankeschön an die klasse und freundliche Mannschaft, ohne die wir diese Erfahrung nicht hätten machen können.

Zur Reise: Algerien - Durch Oasen und Schluchten des Tassili zu den Dünen des Tadrart

(2014)