Reisebericht: Frankreich - Familienreise Eseltrekking in den Pyrenäen

Mit Kindern in die Pyrenäen

Eine Woche Ruhe…

von diversen Spielekonsolen und Fernseher - und das Beste daran ist: es ist kaum zu glauben, aber die Kinder vermissen diese Dinge gar nicht!
Dazu ist nämlich gar keine Zeit, da es so viel zu entdecken gibt im kleinen Dörfchen Fos in den Pyrenäen.
Kaum sind die Zimmer bezogen in der gemütlichen „Gîte de Fos" und die erste Wass-erschlacht gewonnen am Brunnen vor der Türe, da lautet die Frage auch schon: „und wo sind die Esel?"
Na, dann los – mit Halfter und Putzzeug bewaffnet, machen wir uns auf den Weg, um die Esel auf ihrer Weide, die hoch über dem Dorf liegt, zu holen.

„Oh, sind die süß…!“

Keiner von uns kann sich dem Charme von Lulo, Faijar und Saxo entziehen. Gutmütig lassen sie sich streicheln und nach kurzer Zeit hat auch jedes Kind seinen Lieblingsesel gefunden.
Geduldig warten sie dann, bis wir den Proviant für unsren Tagesausflug auf ihren Rücken verstaut haben. Auf dem schattigen, wunderschönen Pfad ins benachbarte Dorf Arlos testen die Esel, ob die Kinder auch wirklich Chef sind: immer wieder bleibt einer stehen und fängt genüsslich an zu grasen – egal, ob die Kinder schimpfen oder am Strick ziehen!
An einem besonders schönen Plätzchen gönnen wir uns allen eine ausgiebige Ruhepause.  - Endlich mal Brotzeit auf dem Boden – so was macht man ja nicht allzu häufig zuhause, daher macht es den Kindern besonderen Spaß, neben den Eseln ihr Baguette mit Käse oder Wurst zu verspeisen. Natürlich erkennen die Esel die Chance auf einen Leckerbissen und nur das energische „Schschsch…" von Laurent, unserem Reiseleiter, hindert die Esel daran, ihnen das Baguette aus der Hand zu stibitzen. Leider war die Aufforderung etwas zu energisch… die Esel drehen sich beleidigt um und traben davon… Laurent hinter her und erst nach einer guten halben Stunde taucht er mit den Eseln im „Schlepptau" wieder auf. Nochmals gut gegangen!

Eine Nacht im Tausendsternehotel

verbringen wir in der schroffen Gebirgswelt der Pyrenäen. Die Esel werden – nach einigem Widerstand - in einem Anhänger zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gebracht. Bei herrlichem Wetter und glasklarer Luft zieht die kleine Eselkarawane dann los und nur selten hört man mal ein Meckern der Kinder, wann wir denn endlich mal Pause machen. Kräftige Stöcke finden wir auf dem Weg und so wird die gemütliche Pause von den Kindern dazu genutzt, daraus Wanderstöcke mit Namen zu schnitzen.
Angekommen an der Schäferhütte, haben unsere Esel Pause und genießen ihre Freiheit hier oben in den Bergen sehr, was sie auch mit einem wiederholten „Iiiaahh" bekräftigen.
Wir alle sind uns schnell einig, dass wir die Nacht auf der Veranda verbringen werden, um den Sternenhimmel bewundern zu können. Laurent entfacht schnell ein Lagerfeuer, auf dem kurze Zeit später auch schon die Würstchen bruzeln. Zwischenzeitlich richten die Kinder schon das Nachtlager und warten darauf, Sternschnuppen zu sehen. Wir werden nicht enttäuscht und zählen tatsächlich sieben im Laufe des Abends!
Alle zusammen sind wir früh wach. Die Kinder, weil sie ausgeschlafen sind und den Tag mit den Eseln, Hunden, Ziegen, Schafen… beginnen wollen, und wir Erwachsene stehen etwas krumm da, weil wir alle Rückenschmerzen haben – waren wir doch ausrüstungs-technisch nicht auf eine Nacht auf hartem Boden vorbereitet…

Selber eine Ziege melken

… das hatte von uns noch niemand gemacht und so tasten wir uns erstmal vorsichtig an diese Aufgabe heran. Die Ziege schaut uns etwas skeptisch an, lässt sich aber überra-schenderweise nicht aus der Ruhe bringen und wundert sich wahrscheinlich über die er-freuten Gesichter, die in den kleinen Eimer blicken, in den tatsächlich Milch spritzt. Pro-bieren will davon aber niemand, dafür ist es umso spannender, als uns vom Schäfer gezeigt wie, wie er daraus dann Käse macht.

Im Wald Bogenschießen

macht nicht nur den Kindern Spaß. Laurent rüstet uns alle mit Pfeil und Bogen aus, erk-lärt uns, wie es funktioniert und schon will jeder ins „Gelbe" treffen. Erst als die Dämme-rung ein Weitermachen unmöglich macht, geht es wieder nach Hause. Voller Be-wunderung blicken die Kinder auf Laurent, der es schafft, auf eine große Entfernung sogar einen kleinen Apfel zu treffen.

Baden in einem Bergsee in Spanien

dürfen wir dann auch noch bei unserem Ausflug in das Naturreservat Encantats, das für ihre landschaftliche Schönheit und ihre Seen bekannt ist. Immer wieder bleibt Laurent am Weg stehen und macht uns auf Blumen und besondere Pflanzen aufmerksam. Über Stock und Stein geht es dann langsam nach oben, ein bisschen klettern können wir auch dabei und dann stehen wir plötzlich vor einem glasklaren See!
Zögerlich strecken unsere Kinder erstmal die Zehen ins Wasser, aber nach kurzer Zeit sind wir alle im Wasser. Was für eine Erfrischung und das auf fast 2.000m!!

Tapas und Wein

Lassen wir uns dann auf dem Rückweg in einem kleinen malerischen Dorf kurz vor der Grenze schmecken. Apropos Essen: Wir hatten Kinder dabei, die heikel und wählerisch sind – also ganz normale Kinder… und freiwillig nie Ziegenkäse etc. essen würden. Aber siehe da: wenn es nichts anderes gibt und man unterwegs ist, dann wird auch schon mal probiert und und es war tatsächlich öfters zu hören: „wow, das schmeckt ja super!" Er-freulicherweise ist das Probierverhalten bisher nachhaltig verbessert worden. Wir sind sogar genötigt worden, von dem guten Käse noch mehr zu kaufen, damit wir auch zu-hause noch davon essen können...

Schweren Herzens

müssen wir uns am letzten Tag wieder von den Eseln verabschieden und die Kinder brin-gen sie auf ihre Weide zurück. Auch von den kleinen Kätzchen, die unsere Kinder jeden Tag besucht und bespielt haben heißt es ‚Abschied nehmen' und nicht ‚mitnehmen'…
Auch die Kinder haben Freundschaft geschlossen und beschlossen, dass wir wieder mal so eine Hauser Reise gemeinsam machen. Vielleicht nächstes Jahr … zum Beispiel in die Türkei?!

Zur Reise: Familienreise Frankreich - Eseltrekking in den Pyrenäen

(von Xenia Kuhn)